Kaffeegeruch stoppt Wohnungsbau in Hamburg-Hamm
Heute ist der 6.07.2026 und in Hamburg-Hamm brodelt es – nicht nur in den Töpfen der Kaffeerösterei Tchibo, sondern auch in der städtischen Planung. Hier wird seit Jahren ein bedeutendes Wohnungsbauprojekt, die Osterbrookhöfe, von einem ganz besonderen Problem aufgehalten: dem intensiven Kaffeegeruch. Und dieser Geruch, der für viele vielleicht einladend erscheint, sorgt für massive Verzögerungen im Bau von insgesamt 800 Wohnungen, zwei Kitas und einem Quartiersportzentrum.
Die Umweltbehörde hat Tchibo nun aufgefordert, Maßnahmen zur Reduzierung der Geruchsbelästigung zu ergreifen. Insbesondere die Schornsteine der Rösterei müssen laut Anforderungen um fünf bis acht Meter erhöht werden. Das klingt nach einer machbaren Lösung, doch Tchibo hat sich bisher geweigert. Sie argumentieren, dass eine solche Erhöhung keine nennenswerten Veränderungen bringen würde und verweisen auf bereits bestehende Genehmigungen. Um es klar zu sagen: Der Streit ist nicht nur ein kleines Scharmützel, sondern ein wirklicher Kampf um die Zukunft des Prestigeprojekts. Die Anordnung der Umweltbehörde wurde mittlerweile bestätigt, was die Situation für Tchibo nicht einfacher macht.
Die Auswirkungen auf die Wohnungsbaupläne
Ursprünglich war der Baustart für die Osterbrookhöfe für 2020 geplant, doch das Projekt liegt seit Monaten auf Eis. Die Stadt hat offenbar Interesse an einer zügigen Fortführung des Bebauungsplans, doch die offenen Fragen zur Geruchsentwicklung machen Fortschritte schwierig. Tatsächlich sind die Vorgaben der EU zum Immissionsschutz klar: Wohnungsneubauten in Gebieten mit starker Geruchsbelastung dürfen nur genehmigt werden, wenn die Belastung unter festgelegten Grenzwerten liegt. Das bedeutet für die Stadt Hamburg, dass sie erst einmal auf die Lösung des Problems warten muss, bevor überhaupt weitergebaut werden kann.
In der Nachbarschaft, nördlich der Diagonalstraße, wird jedoch weitergebaut. Dort gilt ein anderer Bebauungsplan, und so sollen in diesem Bereich 84 der insgesamt 800 geplanten Wohnungen entstehen. Aber die große Frage bleibt: Wann wird es endlich mit den Osterbrookhöfen weitergehen? Die Kosten für das Projekt sind auf mindestens 240 Millionen Euro kalkuliert, und ob dieser Betrag gehalten werden kann, ist zurzeit unklar. Währenddessen prüft Tchibo intern die rechtlichen Möglichkeiten und könnte möglicherweise Widerspruch einlegen oder gegen die Anordnung klagen.
Ein Blick auf die Vergangenheit
Werfen wir einen kurzen Blick zurück: Tchibo wurde 1949 von Max Herz und Carl Tchilling-Hiryan in Hamburg gegründet und ist mittlerweile ein fester Bestandteil der Kaffeekultur. Doch die Liebe zum Kaffee könnte nun zur Belastung für die Stadt werden. Der regelmäßige, intensive Kaffeegeruch hat sich über die Jahre zum Störfaktor entwickelt. Die Stadt Hamburg zeigt sich bereit, bei der Nachrüstung der notwendigen Filter und Lüftungsanlagen zu unterstützen, aber der Streit um die Schornsteinhöhe bleibt der große Knackpunkt.
Die Situation ist komplex und bleibt spannend. Wie lange das Verfahren vor dem Verwaltungsgericht dauern wird, ist ungewiss. Alle anderen Gespräche mit Tchibo sind derzeit auf Eis gelegt. Und so bleibt die Frage, ob die Stadt Hamburg bald in den Genuss neuer Wohnungen kommt oder ob der Kaffeegeruch weiterhin die Pläne durchkreuzt. Für die Bewohner und zukünftigen Mieter in Hamburg-Hamm bleibt es also abzuwarten, während die Stadt und Tchibo um eine Lösung ringen. Die Zukunft der Osterbrookhöfe hängt gewissermaßen am Schornstein.
Weitere Informationen zu dieser Thematik finden Sie in den Berichten von NDR und MOPO.
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