Heute ist der 20. Mai 2026, und im Landgericht Hamburg steht ein Prozess im Mittelpunkt, der die Gemüter bewegt. Es geht um die mutmaßliche Kindesentführung von Kindern der Hamburger Unternehmerfamilie Block. Am Mittwoch wird die mutmaßliche Mitentführerin Keren T., die von Christina Block als „Olga“ bezeichnet wird, persönlich aussagen. Das ist schon eine kleine Sensation, denn sie tritt nicht per Videoschalte aus Israel auf – und das weckt natürlich großes Interesse. Laut der Staatsanwaltschaft soll „Olga“ Teil der israelischen Sicherheitsfirma Cyber Cupula sein, die in die Entführung der Kinder verwickelt war. Christina Block, die in diesem Sorgerechtsstreit mit ihrem Ex-Mann Stephan Hensel steht, wird vorgeworfen, die Entführung ihrer Kinder aus Dänemark organisiert oder in Auftrag gegeben zu haben.
Hinter dieser komplexen Geschichte verbirgt sich ein jahrelanger Sorgerechtsstreit, in dessen Verlauf die Kinder bei Hensel in Dänemark lebten. In der Silvesternacht 2023/2024 kam es dann zu einem brutalen Vorfall: Hensel wurde niedergeschlagen und die Kinder gewaltsam nach Süddeutschland gebracht. Dort wartete Christina Block, um sie abzuholen. Diese dramatische Wendung hat nicht nur rechtliche, sondern auch emotionale Dimensionen. Block und „Olga“ lernten sich Anfang 2023 über Cyber Cupula Operations GmbH kennen, die Dienstleistungen im Bereich Cybersicherheit anbietet. Block beschrieb „Olga“ als eine wichtige Unterstützung und Trösterin in ihrer schwierigen Situation. Sie beauftragte sie sogar mit Recherchen zu den Social-Media-Profilen ihrer Kinder und schickte ihr ein psychologisches Rückführungskonzept, das sie für nützlich hielt.
Die Rolle von David Barkay
Ein zentraler Akteur in diesem Drama ist David Barkay, der als Drahtzieher der Entführung angesehen wird. Er sagte am Mittwoch aus und berichtete von einem emotionalen Treffen Anfang 2023 mit Christina Block, ihrem Anwalt und Lebensgefährten Gerhard Delling. Barkay, der zuvor bei einer Spezialeinheit des israelischen Militärs und angeblich auch beim Geheimdienst tätig war, belastete Block vor der Staatsanwaltschaft. Er behauptete, sie habe die Rückholung ihrer Kinder beauftragt. Das wirft Fragen auf! Block selbst bestreitet jedoch, Barkay und seine Firma mit der Rückholung beauftragt zu haben.
Einen interessanten Aspekt bringt Barkays Aussage ans Licht: Er entwickelte ein Konzept zur Rückholung der Kinder, das keine Gewalt vorsah. Im Mailverkehr zwischen seinem Büro und einem Anwalt der Block-Gruppe wurden Kosten von satten 250.000 Euro besprochen. So wurde sogar eine Chatgruppe im Messengerdienst Signal mit dem Namen „Bring die Kinder zurück“ gegründet. Die Observation des Hauses von Blocks Ex-Mann, Stephan Hensel, begann – mit zwei Kameras, die installiert wurden. Doch die Erkenntnisse aus der Observation halfen nicht, die Kinder zurückzubringen. Es scheint, als wäre das Ganze mehr als nur eine rechtliche Auseinandersetzung; es ist ein emotionaler Drahtseilakt. Im Sommer 2023 kam es zu einer „tragischen Eskalation“, als Hensel die Kinder nicht zur Beerdigung der Großmutter nach Hamburg ließ. Barkay äußerte zudem Sorgen, dass Hensel eine Gefahr für die IT-Sicherheit des Hotels darstellen könnte und bot an, die Sicherheit zu überprüfen.
Fortsetzung des Prozesses
Die Fortsetzung der Aussage von Barkay wird am Donnerstag sowie an zwei weiteren Tagen in der kommenden Woche erwartet. Es bleibt abzuwarten, welche weiteren Informationen ans Licht kommen werden. Medienberichte über eine Aufforderung an Agenten, eine Familienrichterin zu überprüfen, zeigen, wie tief die Verstrickungen tatsächlich sind. Währenddessen rechnet der Anwalt eines geständigen Angeklagten aus Israel mit einer Verurteilung der Tochter von Steakhouse-Gründer Block. Es ist eine Geschichte, die zeigt, wie komplex und emotional belastend Familienstreitigkeiten sein können – und das alles vor dem Hintergrund von Entführungen und internationalen Verstrickungen. Ein echtes Drama, das noch lange nicht zu Ende ist.