Heute ist der 22.04.2026. In Hamburg sorgt das Verschwinden des ältesten Paternosters der Welt für Aufregung und Unverständnis. Der denkmalgeschützte Aufzug, der 1908 im Flüggerhaus am Rödingsmarkt erbaut wurde, ist offenbar ohne Genehmigung abgebaut worden. Der Aufzug, der 1979 stillgelegt und danach in Vergessenheit geraten war, wurde erst 2018 von einem Kunsthistoriker hinter einer Verschalung wiederentdeckt. Nun zeigt sich, dass der Zustand des Paternosters unklar ist und die Beweggründe für den Abbau im Dunkeln bleiben.
Das Flüggerhaus, in dem der Paternoster untergebracht war, steht seit 1998 unter Denkmalschutz. Seit dem Verkauf des Gebäudes in den 1990er-Jahren hat sich dessen Zustand jedoch dramatisch verschlechtert. Zahlreiche Eigentümerwechsel ohne notwendige Instandhaltungsmaßnahmen haben dazu geführt, dass das Gebäude, bis auf die Ladenfläche im Erdgeschoss, seit etwa 2010 leer steht. Der frühere Eigentümer, der Signa-Konzern, ist mittlerweile insolvent, und der neue Eigentümer, Harm Müller-Spreer, äußert sich nicht zu den Vorgängen.
Ein Denkmal in Gefahr
Patric Wagner, der zuständige Restaurator, ist über den Vorfall äußerst unzufrieden. Gemeinsam mit seinem Team investierte er über 2.500 Arbeitsstunden in die Sanierung des Paternosters. Diese Arbeiten waren notwendig, nachdem der Aufzug 2018 wiederentdeckt wurde. Ein Gutachten hatte zuvor angenommen, dass der Paternoster nicht mehr existiert. Die aktuellen Entwicklungen werfen nun Fragen auf: Wie steht es um den Zustand des Aufzugs und welche Schäden sind durch den Abbau entstanden?
Kristina Sassenscheidt vom Denkmalverein erhebt Vorwürfe gegen den neuen Eigentümer. Das Denkmalschutzamt hat bereits einen Baustopp verhängt, um das Ausmaß der Schäden zu begutachten und das weitere Vorgehen zu prüfen. Es bleibt abzuwarten, wie die Behörden auf diese unerfreulichen Entwicklungen reagieren werden und ob der Paternoster, der als ältester der Welt gilt, noch eine Chance auf Wiederherstellung hat.
Die Bedeutung des Paternosters
Der Paternoster im Flüggerhaus ist nicht nur ein technisches Relikt, sondern auch ein Stück Geschichte, das die Entwicklung des Aufzugs und der Architektur im frühen 20. Jahrhundert repräsentiert. Die Entdeckung und anschließende Sanierung des Aufzugs waren ein wichtiger Schritt, um dieses einzigartige Bauwerk zu erhalten. Die aktuellen Ereignisse werfen jedoch ein Licht auf die Herausforderungen, die mit dem Denkmalschutz und der Erhaltung historischer Gebäude verbunden sind.
Wie die Situation weitergeht, bleibt ungewiss. Das Denkmalschutzamt plant, die Schäden zu begutachten und die nächsten Schritte einzuleiten. In der Zwischenzeit bleibt der Paternoster ein Symbol für den Erhalt von Geschichte in einer sich ständig verändernden urbanen Umgebung. Die Hoffnung bleibt, dass die Verantwortlichen ein Einsehen zeigen und diesem wertvollen Stück Geschichte eine Zukunft geben.
Für weitere Informationen und Details zu diesem Vorfall, besuchen Sie bitte die vollständigen Berichte auf NDR und T-Online.