Heute ist der 20. Mai 2026 und die Atmosphäre im Hamburger Landgericht ist geladen. Der Block-Prozess, der seit dem 11. Juli läuft, hat in den letzten Monaten viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Am Mittwoch, dem 20. Mai, fand eine ganz besondere Zeugenaussage statt. Die Zeugin, die sich „Olga“ nennt, ist eine Israelin, die für eine israelische Sicherheitsfirma gearbeitet hat. Sie war vor der Entführung der Block-Kinder im Silvester 2023 enge Vertraute der Kindsmutter Christina Block. Es war das erste Mal, dass sie Christina Block seit der Entführung wieder sah und sie saßen sich im Gerichtssaal ganz nah gegenüber.
Olga berichtete, dass sie und das spätere Entführungsteam vom Familienanwalt der Blocks angeheuert wurden, um Informationen über das Leben der Kinder beim Vater in Dänemark zu sammeln. Der Ex-Mann von Christina Block, Stephan Hensel, hatte die Kinder nach einem Besuchswochenende bei sich behalten und den Kontakt zur Familie verhindert. In dieser angespannten Situation übte Eugen Block, der Vater von Christina, zunehmend Druck auf die Rückholung der Kinder aus. Die Zeugin erwähnte, dass Christina ihr vor der Entführung eine Tasche mit Sachen der Kinder übergeben habe. Christina Block selbst bestreitet, von einem Entführungsplan gewusst zu haben.
Emotionale Momente im Gerichtssaal
Die Staatsanwaltschaft hat die Zeugin als Beschuldigte eingestuft und ihr sicheres Geleit zugesichert. Nach ihrer Aussage kam es zu einem emotionalen Ausbruch der Cousine von Christina Block, die ebenfalls wegen Beihilfe mitangeklagt ist. Ihr Mann und sie müssen weiterhin an jedem Prozesstag teilnehmen, was finanziell belastend für sie ist. Ein Antrag ihrer Anwälte, sie von der Anwesenheitspflicht zu befreien, wurde abgelehnt, und das Gericht entschied damit gegen die Wünsche des Ex-Mannes von Christina Block, der erfreut auf das Urteil reagierte.
Diese Verhandlungen sind nicht nur durch die juristischen Aspekte geprägt, sondern auch durch die persönlichen Schicksale, die hier aufeinandertreffen. Es ist schwer, die Emotionen der Beteiligten zu ignorieren. Die Entführung der Block-Kinder, die in der Silvesternacht 2023 stattfand, war ein einschneidendes Ereignis. Die Kinder, im Alter von 10 und 13 Jahren, wurden von einem Bauernhof in Baden-Württemberg zurück nach Hamburg gebracht. Während der Fahrt äußerte die 13-Jährige, dass sie Deutschland und ihre Mutter hasse – ein verheerender Kommentar, der die ganze Tragik dieser Geschichte widerspiegelt.
Ein Netz aus Intrigen und Geheimnissen
Die israelische Sicherheitsfirma wird beschuldigt, die beiden jüngsten Kinder gewaltsam vom Wohnort des Vaters entführt zu haben. Es wird berichtet, dass die Zeugin „Olga“ die rechte Hand des Chefs der Sicherheitsfirma war und ebenfalls unter Anklage steht. Ihre Rolle bei der Rückholaktion und die Vorgeschichte, die auch den Tod der Großmutter Christa Block umfasst, wurden in ihrer Aussage thematisiert. Die Kinder durften nicht zur Beerdigung der Großmutter kommen, was von der Zeugin als Wendepunkt beschrieben wird, der den Druck auf die Familie weiter erhöht hat.
Die Vernehmung der Zeugin wird in der kommenden Woche fortgesetzt, und weitere Zeugen sollen per Video zugeschaltet werden. Der mutmaßliche Fahrer der Entführung reiste extra aus Israel an, und sogar eine Nachbarin der Blocks hat sich beim Anwalt von Christoph Block gemeldet, um auszusagen. Das gesamte Prozedere wird von zahlreichen Verwicklungen und emotionalen Momenten geprägt, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickeln wird.