Heute ist der 1.05.2026 und die Sorgen um das Pferdeherpes (Equines Herpesvirus, EHV) im Landkreis Darmstadt-Dieburg sind wieder aufgeflammt. Vor kurzem wurde ein Fall in Modautal bestätigt. Das Pferd ist infiziert, und die Nachricht kommt nicht ganz unerwartet, denn bereits im April gab es einen ähnlichen Vorfall in Dreieich, Kreis Offenbach, bei dem ein Pferd tragischerweise starb. Pferdeherpes ist extrem ansteckend, und wie das Gerücht schon sagt, kann es direkt zwischen Tieren oder indirekt über Menschen, deren Kleidung und Ausrüstung verbreitet werden. Das macht es besonders heimtückisch.

Die Menschen selbst sind zwar nicht ansteckend, aber sie können das Virus an andere Pferde weitertragen. Das führt zu einer klaren Empfehlung: Hygiene ist das A und O! Gründliches Händewaschen, das Wechseln der Kleidung und die Desinfektion von Gegenständen nach dem Kontakt mit Pferden sind unerlässlich. Die Symptome bei den Tieren sind vielfältig – von Fieber und Abgeschlagenheit bis hin zu Husten und sogar neurologischen Auffälligkeiten wie Koordinationsstörungen oder Lähmungen. Bei Anzeichen sollten Halter sofort einen Tierarzt kontaktieren.

Vorsichtsmaßnahmen bei Veranstaltungen

Besonders Reitturniere und Veranstaltungen mit vielen Pferden stehen im Fokus, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Veranstalter bemühen sich, Vorsichtsmaßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören Platzierungen ohne Pferd und eine Reduzierung der Berührungspunkte zwischen den Teilnehmern. Trotz der erhöhten Vorsicht gibt es derzeit keine Impfpflicht für Turnierpferde. Die Deutsche Reiterliche Vereinigung hat diese zum 15. April 2024 aufgehoben. Bis dahin war die Impfung gegen EHV-1 für alle Turnierpferde verpflichtend, doch die FN und die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfehlen weiterhin die Impfung.

Die Region Darmstadt-Dieburg weist eine hohe Pferdedichte auf, mit vielen Ställen in Modautal, Babenhausen und Roßdorf. Hier ist die Verbreitung von Herpesviren unter Pferden eher die Regel als die Ausnahme. Infizierte Pferde können lebenslang Virusträger bleiben, was die Situation nicht einfacher macht. Stresssituationen wie Transporte oder Sportveranstaltungen können eine Virusfreisetzung begünstigen. Das macht es für Halter und Reiter umso wichtiger, wachsam zu sein.

Infektionsschutz in Ställen

Um das Infektionsrisiko zu senken, sind organisatorische Maßnahmen in den Ställen unabdingbar. Bei einem Ausbruch oder Verdacht auf eine Infektion sollten Kontakte zwischen Pferden aus unterschiedlichen Beständen unbedingt vermieden werden. Es ist ratsam, die Nutzungszeiten für Pferde aus verschiedenen Heimatställen zu koordinieren. Außerdem sollten gemeinsam genutzte Räumlichkeiten wie Sattelplätze und Waschboxen nach der Nutzung desinfiziert werden. All das trägt dazu bei, die Gefahr einer Ansteckung zu minimieren. Gute Kommunikation ist essenziell – alle Nutzer sollten über die Infektionsschutzmaßnahmen und die geltenden Regeln informiert sein.

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Die Meldepflicht für Tierärzte und Forschungseinrichtungen besteht bereits seit dem 11. März 2026 nach der Tierseuchenmeldeverordnung. Eine Anzeigepflicht für Pferdehalter gibt es bislang nicht. Das bedeutet, dass jeder Halter selbst in der Verantwortung steht, auf die Gesundheit seiner Tiere zu achten.