Heute ist der 5.07.2026 und wir blicken zurück auf einen Vorfall, der im vergangenen Jahr für Aufregung sorgte. An der Liebigschule in Gießen schlugen Schüler für ihr Abitur-Motto einige äußerst problematische Vorschläge vor. Darunter waren antisemitische und rassistische Sprüche wie „NSDABI – Verbrennt den Duden“ oder „Abi macht frei“. Der Eklat wurde von einer Online-Umfrage ausgelöst, bei der die Schüler im Mai 2025 anonym Vorschläge sammeln konnten. Es war ein ziemliches Durcheinander, und die Öffentlichkeit reagierte mit Entsetzen.
Diese Angelegenheit sorgte bundesweit für Empörung. Hessens Kultusminister Armin Schwarz (CDU) äußerte sich schockiert und forderte eine lückenlose Aufarbeitung der Geschehnisse. Die Schulleitung distanzierte sich umgehend von den Vorschlägen und rief den Abijahrgang zusammen, um klarzustellen, dass solche Äußerungen nicht toleriert werden können. Schüler, die an der Abstimmung teilnahmen, berichteten von mehrfachen Abstimmungen und distanzierten sich ebenfalls von den Vorschlägen.

Ermittlungen und Konsequenzen

Die Polizei schaltete sich ein, da ein Anfangsverdacht der Volksverhetzung bestand. Nach den Ermittlungen stellte die Staatsanwaltschaft Gießen das Verfahren gegen fünf Verdächtige ein, allerdings nicht ohne Auflagen. Diese Auflagen gemäß Paragraf 45 Absatz 2 des Jugendgerichtsgesetzes beinhalten erzieherische Maßnahmen. Die betroffenen Schüler müssen sich nun mit den Gräueltaten des Nationalsozialismus und des Islamischen Staates auseinandersetzen und ihre Ergebnisse schriftlich ausarbeiten. Zudem sind 30 bis 60 Stunden gemeinnützige Arbeit fällig, und die Jugendhilfe wird den Prozess organisieren und prüfen.
Die Liebigschule zog klare Konsequenzen: Fünf Schüler, die als verantwortlich für die Vorschläge galten, wurden von der feierlichen Zeugnisvergabe ausgeschlossen. Diese Entscheidung stieß allerdings auf Widerstand vonseiten der Eltern, die Beschwerden einlegten und sogar eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen den Schulleiter erhoben. Trotz all dieser Aufregung blieb die Entscheidung der Schule bestehen, und die Schüler erschienen nicht zur Zeugnisvergabe.

Ein Blick in die Zukunft

Diese Geschehnisse werfen einen Schatten auf die Schulgemeinschaft in Gießen, und die Frage bleibt, wie solche Vorfälle in Zukunft verhindert werden können. Es ist wichtig, dass Schulen und Gesellschaft gemeinsam gegen diskriminierendes und extremistisches Gedankengut vorgehen. Die Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte ist unerlässlich, um ein Bewusstsein für die Gefahren von Rassismus und Antisemitismus zu schaffen. Es bleibt zu hoffen, dass die betroffenen Schüler aus dieser Erfahrung lernen und in Zukunft verantwortungsbewusster handeln.

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