Heute, am 15. Juni 2026, hat der Hospiz-Verein Gießen einen Tag der offenen Tür gefeiert. Ein Ereignis, das nicht nur die neuen Räumlichkeiten des Vereins im ehemaligen Wohnhaus der Herbergsfamilie der Gießener Jugendherberge ins rechte Licht rückt, sondern auch die wichtige Arbeit, die hier geleistet wird. Seit Februar 2026 sind die neuen Räume nun ein Ort des Austauschs und der Schulung – ideal für die Unterstützung von Ehrenamtlichen, die die Arbeit des Vereins tatkräftig unterstützen.

Der Hospiz-Verein hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, das Gespräch über den Tod in die Gesellschaft zu tragen und die Sichtbarkeit dieses oft tabuisierten Themas zu erhöhen. Rund 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, koordiniert durch drei hauptamtliche Koordinatorinnen, bringen ihre Zeit und ihr Engagement ein, um schwerstkranke und sterbende Menschen sowie deren Angehörige zu begleiten. Diese Begleitung findet in der eigenen Wohnung, im Pflegeheim, im Krankenhaus oder auch auf der Palliativstation der Uniklinik statt. Ein offenes Ohr, schöne Momente schaffen und einfach präsent sein – das sind die Aufgaben der Hospizbegleiter*innen.

Vielfältige Unterstützungsangebote

Das Spektrum der Angebote ist bemerkenswert. Neben der Sterbebegleitung wird auch Trauerbegleitung angeboten, sei es in Einzelgesprächen, Gruppen oder bei Trauerspaziergängen. Besonders interessant ist, dass es spezielle Angebote für Männer gibt, um ihnen beim Umgang mit Trauer zu helfen. Letzte Hilfe-Kurse kommen hinzu, die den Teilnehmern zeigen, wie sie in der letzten Lebensphase eines Menschen unterstützen können. Zudem veranstaltet der Verein Informationsnachmittage zur Patientenverfügung – eine wichtige Gelegenheit, um Menschen dabei zu helfen, ihre Wünsche für das Lebensende festzuhalten.

Die ehrenamtlichen Helfer müssen sich jedoch erst auf ihre wichtige Aufgabe vorbereiten. Ein neunmonatiger Schulungskurs mit Theorieabenden und Praxiseinsätzen ist erforderlich. Der Kurs umfasst 80 bis 100 Stunden und bietet eine Kombination aus Wissen, Haltung und Austausch. Themen wie Kommunikation, Nähe und Distanz sowie Selbstfürsorge werden behandelt. Dieser umfassende Ansatz stellt sicher, dass die Ehrenamtlichen gut vorbereitet und begleitet sind.

Einblick in die ehrenamtliche Arbeit

Erfahrungen von Ehrenamtlichen zeigen, dass die Sterbebegleitung sowohl bereichernd als auch bewegend ist. Die Begleiter schenken Zeit, hören zu, halten die Stille aus, führen Gespräche, lesen vor oder gehen einfach spazieren. Pflegeaufgaben sind dabei nicht erforderlich – der Fokus liegt auf der emotionalen Unterstützung. Es ist diese menschliche Nähe, die den Unterschied macht. So werden auch Angehörige in ihrer schweren Zeit nicht allein gelassen.

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Der Hospiz-Verein Gießen besteht seit über 25 Jahren und wird von einem ehrenamtlichen Vorstand getragen. Die umfassende Schulung der Ehrenamtlichen durch hauptamtliche Koordinatorinnen hat bereits mehr als 100 Menschen auf ihre Aufgabe vorbereitet. Das zeigt, wie wichtig und wertvoll die Arbeit hier ist. Mit dem neuen Zuhause des Vereins kann die Durchführung von Schulungen und Veranstaltungen nun noch besser realisiert werden – ein Schritt, der nicht zu unterschätzen ist.

In einer Welt, in der das Thema Sterben oft noch immer im Schatten steht, leistet der Hospiz-Verein Gießen einen unschätzbaren Beitrag. Der Tag der offenen Tür ist nicht nur ein Zeichen des Wandels, sondern auch ein Aufruf an die Gesellschaft, sich dem Thema Tod und Sterben zu öffnen. Wer mehr über die Arbeit des Vereins erfahren möchte, findet alle Informationen auf ihrer Webseite hier und kann sich auf einen spannenden Austausch freuen.

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