Heute ist der 29.06.2026 und wir blicken auf die beeindruckende Rolle von Frauen in der Landwirtschaft, die in den letzten Jahren immer mehr ins Rampenlicht gerückt ist. Die Vereinten Nationen haben 2026 zum internationalen Jahr der Frauen in der Landwirtschaft erklärt. Ein Schritt, der längst überfällig war, um die oft unbeachtete Arbeit dieser Frauen sichtbar zu machen. Es geht nicht nur darum, ihre Beiträge zu würdigen, sondern auch darum, bessere Rahmenbedingungen zu schaffen. Frauen halten nicht nur Familien zusammen, sie organisieren Betriebe und tragen maßgeblich zum Erfolg landwirtschaftlicher Unternehmen bei.

Ein Beispiel für solch eine engagierte Frau ist Katrin Ritter, die zusammen mit ihrem Ehemann Markus und ihren fünf Kindern einen landwirtschaftlichen Betrieb in Breitenbach führt. Auf dem Hof Mischels bewirtschaften sie rund 200 Hektar Ackerfläche mit Raps, Getreide, Mais und Grünland. Dazu kommen noch 200 Sauen, Pferde, Katzen und Hühner. Katrin ist nicht nur eine versierte Landwirtin, sondern hat auch eine Reitlehre absolviert und Landwirtschaft in Witzenhausen studiert. Ihre Liebe zu Pferden zeigt sich nicht nur in der Zucht, sondern auch in ihrer erfolgreichen Teilnahme an Reitturnieren. Doch der Alltag ist alles andere als entspannt: Stall- und Feldarbeit, Bürokratie und Verantwortung prägen ihren Tag. Täglich verbringt sie zwei bis drei Stunden mit Büroarbeit – und das wird immer mehr. Während der Erntezeit kann die Arbeitswoche sogar bis zu 100 Stunden betragen. Urlaub? Kaum! Stattdessen verbringt die Familie ihre Zeit in der Lüneburger Heide, wenn es die Arbeit zulässt.

Frauen in der Landwirtschaft: Ein wichtiger Teil des Ganzen

Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sind etwa 15 Prozent der über 1000 landwirtschaftlichen Betriebe in Frauenhand. Bundesweit liegt dieser Anteil bei nur 11 Prozent. Ein klarer Hinweis darauf, wie wichtig es ist, Frauen in Führungspositionen zu fördern und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Laut einer „Landfrauenstudie“ sind 72 % der befragten Frauen an strategischen und unternehmerischen Entscheidungen beteiligt. Dennoch wird mehr als die Hälfte der landwirtschaftlichen Betriebe von Männern geleitet. Frauen kämpfen oft um ihre Rechte und um mehr Repräsentation in Entscheidungsgremien.

Die Initiative des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) zielt darauf ab, die Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft ins Bewusstsein zu rücken. Verbände wie der Deutsche Bauernverband e.V. und UN Women Deutschland e.V. unterstützen diese Bewegung. Die Fachkonferenz „Starke Frauen – starke Landwirtschaft“, die am 3. März 2026 stattfindet, thematisiert die Herausforderungen und Chancen, vor denen Frauen in der Landwirtschaft stehen.

Hürden und Chancen

Die Hürden sind vielfältig: eingeschränkter Zugang zu Land und Kapital, aber auch eine schlechtere soziale Absicherung sind nur einige der Herausforderungen, mit denen Frauen konfrontiert sind. Sie sind oft nicht als Betriebsinhaberinnen rechtlich am Betrieb beteiligt. Trotzdem sind sie Innovatorinnen und Unternehmerinnen, die die Zukunft der Landwirtschaft aktiv mitgestalten. Das Aktionsjahr bietet eine Plattform, um Netzwerke zu stärken, Weiterbildung zu fördern und strukturelle Benachteiligungen abzubauen. Es ist an der Zeit, das Potenzial dieser Frauen zu erkennen und zu nutzen.

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In der Lüneburger Heide, wo die Familie Ritter ihre wenigen freien Stunden verbringt, wird klar, dass das Leben als Landwirtin mehr ist als nur Arbeit – es ist eine Lebenseinstellung. Und Katrin Ritter ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie Frauen in der Landwirtschaft nicht nur die Geschicke ihrer Betriebe lenken, sondern auch die ländlichen Räume aktiv mitgestalten. Ihre Geschichten und die ihrer Kolleginnen sind es wert, erzählt zu werden.

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