In Kassel, einer Stadt, die für ihre kulturellen Veranstaltungen bekannt ist, bleibt die Zeit für das Bergparkleuchten 2026 stehen. Dieses beeindruckende Event, das in der Vergangenheit Tausende von Besuchern angezogen hat, fällt in diesem Jahr aus. Der Grund? Finanzielle Engpässe der Stadt. Kämmerer Matthias Nölke von der FDP hat auf einen besorgniserregenden Jahresabschluss hingewiesen: ein Defizit von 44 Millionen Euro. Das macht schon nachdenklich.
Die Gewerbesteuereinnahmen für 2025 sind um fast 20 Millionen Euro hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Das sind keine guten Nachrichten für die Stadt, die 2024 noch ein Plus von rund fünf Millionen Euro erwirtschaften konnte. Tourismusdezernent Norbert Wett von der CDU hat klargemacht, dass das Bergparkleuchten trotz der Eintrittserlöse ein erhebliches finanzielles Risiko darstellt. Für die Besucher, die sich auf das Event gefreut hatten, ist das natürlich enttäuschend.
Ein Blick zurück und nach vorne
Das Bergparkleuchten fand zuletzt 2024 statt und konnte 45.000 Besucher anlocken. Bei der Premiere im Jahr 2023 waren es sogar 80.000. Doch die Veranstaltung war kostenlos, was zu Verkehrsproblemen führte. Das Event sollte alle zwei Jahre stattfinden, aber nun pausiert es und wird 2026 nicht stattfinden. Stattdessen können sich die Besucher auf die „Beleuchteten Wasserspiele“ freuen, die an zwei Doppelterminen, am 5. und 6. Juni sowie am 11. und 12. September, stattfinden werden. Irgendwie ist das ein schwacher Trost.
Regine Franz vom NABU hat die Absage begrüßt und auf die negativen Auswirkungen des Events auf die Tierwelt hingewiesen. Auch die Kritik an den Lichtinstallationen, vor allem wegen der Auflagen zum Schutz von Fledermäusen, ist nicht zu übersehen. In der Vergangenheit musste das Spektakel 2024 sogar früher beendet werden, da die Effektbeleuchtung auf Warmweiß, Orange und Rot beschränkt werden musste. Es bleibt unklar, ob die neuen Impulse im Bereich Lichtkunst, die Kassel Marketing plant, irgendwann zu einer Wiederbelebung des Bergparkleuchtens führen werden.
Ein Blick auf die Kultur- und Kreativwirtschaft
Während Kassel mit finanziellen Herausforderungen kämpft, hat der Monitoringbericht 2024 zur Kultur- und Kreativwirtschaft in Deutschland einige interessante Fakten zutage gefördert. Knapp zwei Millionen Erwerbstätige sind in dieser Branche aktiv, was etwa vier Prozent der gesamten Erwerbstätigen in Deutschland entspricht. Das Wachstum der Erwerbstätigen lag im letzten Jahr bei 2,1 Prozent, und die Branche erwirtschaftete einen Umsatz von etwa 205 Milliarden Euro. Das klingt nach einer dynamischen Entwicklung!
Die Zahlen zeigen, dass es in der Kultur- und Kreativwirtschaft viele Erfolgsgeschichten gibt, auch wenn in Kassel gerade eine wichtige Veranstaltung ausfällt. Mit rund 238.000 Unternehmen in diesem Sektor und einer Umsatzsteigerung von 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr stellt sich die Frage, wie Kassel in Zukunft seinen Platz in dieser lebendigen Landschaft sichern kann. Die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten zur Innovation sind es auch.