In Wetzlar, einer Stadt, die schon seit Jahrzehnten ihren städtischen Grünanlagen die Namen ihrer Partnerstädte verleiht, wurde am 22. Mai 2026 ein neuer Garten eingeweiht, der die Herzen berührt. Der „Schepetiwka-Garten“, benannt nach der ukrainischen Stadt Schepetiwka, steht nun am Rathaus und symbolisiert eine neu geschlossene Solidaritätspartnerschaft, die erst seit 2023 besteht. Oberbürgermeister Manfred Wagner (SPD) sprach während der Einweihungsfeier bewegende Worte und betonte, dass dieser Garten ein Zeichen für gemeinsame Werte wie Würde, Frieden und Freiheit sei. Die Eröffnung fand im Rahmen einer Willkommensfeier für die Delegationen aus Schepetiwka, Reith (Österreich) und Pisek (Tschechien) statt. Bürgermeister Vitali Buzyl aus Schepetiwka war ebenfalls anwesend und äußerte sich tief bewegt über die Eröffnung des Parks.
Die Blumenbeete des neuen Gartens sind in den Nationalfarben der Ukraine gestaltet, was die Verbundenheit zwischen Wetzlar und Schepetiwka visuell unterstreicht. Es ist ein schöner Ort geworden, der nicht nur die Natur, sondern auch die Freundschaft zwischen den Städten feiert. Die Einweihung macht deutlich, dass trotz der schwierigen Umstände, die die Welt momentan prägen, Freundschaften und Solidarität nicht verloren gehen dürfen. Der Garten vervollständigt die Reihe der Partnerstädte-Grünanlagen in Wetzlar, ein Schritt, der die lokale Gemeinschaft weiter stärken soll.
Ein weiterer Schritt zur Unterstützung
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde auch ein voll funktionsfähiger Linienbus der Wetzlarer Verkehrsbetriebe an Schepetiwka übergeben. Dieser Bus, der den Personennahverkehr in der ukrainischen Stadt verbessern soll, wurde aus dem Förderprogramm „Kommunen in einer Welt“ finanziert, wobei Wetzlar 10 Prozent der Kosten, also 1.600 Euro, übernimmt. Der Bus, der über ein Jahrzehnt im Einsatz in Wetzlar war, bietet Platz für 41 Sitz- und 44 Stehplätze. Ein echtes Stück Wetzlar, das nun dazu beiträgt, den durch den Krieg stark beeinträchtigten öffentlichen Nahverkehr in Schepetiwka zu unterstützen. Der Transport fand am Pfingstwochenende statt, und die Übergabe des Busses markiert einen weiteren Schritt in der Zusammenarbeit zwischen den beiden Städten.
Die Servicestelle, die kommunale Partnerschaften mit der Ukraine unterstützt, spielt eine wichtige Rolle in diesem Kontext. Gemeinsam mit der Konrad-Adenauer-Stiftung und der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) werden ukrainische Kommunen beraten, wie sie ihre Zusammenarbeit mit deutschen Partnergemeinden aufbauen können. Die Angebote sind vielfältig: Von der Unterstützung bei der Kontaktaufnahme über die Organisation von Austauschprogrammen bis hin zur Beratung zu kommunalen Partnerschaftsarbeiten unter Kriegsbedingungen. Dies zeigt, wie wichtig es ist, Brücken zu bauen und solidarisch zu handeln, gerade in schwierigen Zeiten.
Wetzlar setzt mit der Eröffnung des Schepetiwka-Gartens und der Übergabe des Busses ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Menschlichkeit. Es ist ein Beispiel dafür, wie Städte über Grenzen hinweg Unterstützung bieten können, und dass Freundschaft in diesen herausfordernden Zeiten umso wertvoller ist. Es bleibt zu hoffen, dass viele weitere solche Initiativen folgen werden, um den betroffenen Regionen zu helfen und die Gemeinschaften näher zusammenzubringen.
