Am 17. Juli 2026 fand in der Schäferei von Florian Vierheller in Breungeshain eine beeindruckende Fachexkursion zur Schafhaltung und Landschaftspflege statt. Nahezu 40 Teilnehmer aus Thüringen und dem Vogelsbergkreis versammelten sich, um sich über praktikable Ansätze in der Schafhaltung auszutauschen und von den Erfahrungen vor Ort zu lernen. Diese Veranstaltung wurde vom Amt für Wirtschaft und ländlichen Raum des Vogelsbergkreises sowie dem Schafhalterverein Vogelsberg organisiert. Besonders spannend war die Historie dieser Exkursion, die auf einer langjährigen Freundschaft zwischen der Familie Schönfeld und dem Kreisschäfermeister Bartholomé basiert.

Patrick Krug, der Erste Kreisbeigeordnete der SPD, begrüßte die Teilnehmer und betonte die Bedeutung der Weidetierhaltung für die Erhaltung der Kulturlandschaft. Auf dem Programm standen verschiedene Themen, die für die landwirtschaftliche Praxis von großer Relevanz sind. So informierte Felix Rössing über die Kosten der Biotoppflege mit Schafen und Mutterkühen, während Thassilo Görgen den Markteintritt für das Vogelsberger Rote Höhenvieh vorstellte. Lorenz Kock und Direktvermarkter diskutierten die Regionalmarke „Vogelsberg Original“ und die Möglichkeiten der Selbstvermarktung. Die Exkursionsteilnehmer hatten zudem die Gelegenheit, die beeindruckende Stallanlage von Florian Vierheller zu besichtigen. Mit einer Größe von 78 Metern in der Länge, 30 Metern in der Breite und einer Höhe von 9,50 Metern ist der neue Schafstall, der rund 1,5 Millionen Euro gekostet hat und mit Fördermitteln finanziert wurde, ein echtes Schmuckstück – ausgestattet mit großen verschiebbaren Kunststoffscheiben, Sozialräumen, einem Büro und 72 Ablammbuchten.

Einblicke in Naturschutzmaßnahmen

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Veranstaltung war die Information über Naturschutzmaßnahmen, präsentiert von Martha Kindig im Rahmen des Naturschutzgroßprojekts Vogelsberg. Hierbei wurden Themen wie die Schaftränke am Breungeshainer Hang, die Bekämpfung von Lupinen und weitere Projekte zur Regeneration der Landschaft besprochen. Ein spannender Teil der Exkursion führte die Teilnehmer auch zu den Weideflächen auf dem Segelflugplatzgelände und unterhalb des Hoherodskopfes, wo sie die beeindruckenden Landschaften und die dort umgesetzten Pflegeprojekte hautnah erleben konnten.

Ein weiterer Höhepunkt der Veranstaltung war die anschließende Diskussion über die Herausforderungen, die die Landwirtschaft in der Region derzeit bewältigen muss. Aspekte wie Bürokratie, sich ändernde Vorschriften und die wachsende Wolfspopulation wurden erörtert. Dr. Michael Weiler, Tierarzt und Wolfsexperte, lieferte aufschlussreiche Informationen zum Umgang mit Wölfen in Deutschland und Hessen. Er erklärte, dass Wölfe bis zu 40% ihres Nahrungsbedarfs mit Nutztieren decken können und forderte, dass eine Entnahme von Wölfen in Betracht gezogen werden sollte. Diese Themen sind von großer Bedeutung, insbesondere für die Schafhaltung, die immer stärker unter dem Druck der Natur steht.

Die Exkursion war nicht nur eine Gelegenheit für Fachleute, sich zu vernetzen und Wissen auszutauschen, sondern auch eine Plattform, um die Herausforderungen und Chancen der Schafhaltung im Vogelsbergkreis zu diskutieren. Ein solches Format fördert den länderübergreifenden Austausch und trägt dazu bei, die Kulturlandschaft zu erhalten. Diese jährlichen Veranstaltungen finden abwechselnd in Thüringen und dem Vogelsbergkreis statt und sind ein wertvoller Bestandteil der landwirtschaftlichen Gemeinschaft in der Region.

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Für alle, die mehr über diese spannende Fachexkursion erfahren möchten, gibt es umfassende Informationen in einem Bericht der FNP.

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