Heute ist der 27.05.2026, und wir werfen einen Blick auf die Ausbildungslandschaft im Werra-Meißner-Kreis, die sich in einem Wandel befindet. Heiko Schilling, Ausbildungsleiter für die Bauwirtschaft seit 2009, hat einiges zu berichten. In seinem Landkreis gibt es rund zwei Monate vor Beginn der neuen Ausbildungen 245 unbesetzte Stellen. Das lässt einen schon mal aufhorchen, denn gleichzeitig sind laut der Bundesagentur für Arbeit 285 junge Menschen auf der Suche nach einer Ausbildung. Irgendwas stimmt da nicht!
Einige der Hauptgründe für diese Diskrepanz sind ziemlich offensichtlich. Viele junge Menschen scheinen sich auf wenige bekannte Berufe zu konzentrieren. Oder sie entscheiden sich gleich für ein Studium, anstatt in eine handwerkliche Ausbildung einzutauchen. Und dann ist da noch das Thema Mobilität: Wer kein Auto hat oder in einer Region mit schlechter Nahverkehrsanbindung lebt, hat es besonders schwer. Schilling bemängelt auch, dass einige Lehrlinge in den Betrieben scheitern, weil es ihnen an Ausdauer und Wille fehlt. Er hat das Gefühl, dass die jungen Leute oft nicht bereit sind, ihre Komfortzone zu verlassen. Da fragt man sich schon, was da schiefgelaufen ist.
Die Herausforderung der Ansprüche
Doch das ist nicht alles. Schilling sieht auch gesellschaftliche Veränderungen als einen Teil des Problems. Die Leistungsgesellschaft hat an Bedeutung verloren, was sich auf die Erziehung der jungen Menschen auswirkt. Ein weiteres Problem: die Smartphone-Nutzung! Viele Jugendliche sind dadurch unpünktlich. Das ist nicht nur ein kleines Ärgernis, sondern zieht sich durch die gesamte Ausbildungssituation. Trotz all dieser Herausforderungen gibt es auch positive Aspekte. Laut Schilling sind die meisten Azubis durchaus zuverlässig und engagiert.
Ein weiterer Punkt, den er anspricht, ist das Bild, das viele von der Baubranche haben. Früh aufstehen, harte körperliche Arbeit und lange Arbeitszeiten – das schreckt viele ab. Dabei kann die Realität ganz anders aussehen! Technologischer Fortschritt erleichtert viele Aufgaben, und die Gehälter sind oft sehr attraktiv. Eine Ausbildung in der Bauwirtschaft ist also alles andere als das Ende der Karriere. Schilling hebt hervor, dass es eine Vielzahl von Aufstiegsmöglichkeiten gibt.
Die digitale Welt und neue Berufe
Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich auch. Die IT-Branche boomt, und das nicht ohne Grund. Immer mehr junge Menschen interessieren sich für Ausbildungsberufe im Bereich IT, Internet und Informatik. Die Ausbildung zum Fachinformatiker legt den Fokus auf Hard- und Software sowie die Wartung und Administration von Systemen. Auch als IT-Systemkaufmann oder -kauffrau kann man spannende Aufgaben übernehmen, die viel Kundenkontakt und Teamarbeit beinhalten. Und für die Kreativen unter den Jugendlichen gibt es die Ausbildung zum/zur Mediengestalter/-in Digital und Print – eine perfekte Mischung aus Technik und Kreativität!
Doch die Herausforderungen sind nicht nur lokal zu sehen. Der Berufsbildungsbericht 2025 zeigt, dass die Zahl junger Menschen ohne Berufsabschluss auf Rekordniveau bleibt. Das ist alarmierend! Die Gefahr sozialer Spaltung und Fachkräftemangel wächst. Elke Hannack, stellvertretende DGB-Vorsitzende, fordert die Bundesregierung auf, die berufliche Bildung zur Priorität zu machen. Viele Jugendliche, die keinen Berufsabschluss haben, sind in Helfer-Jobs mit mageren Einkommen gefangen.
Das Ganze ist ein Teufelskreis, der nur durch gezielte Maßnahmen durchbrochen werden kann. Der DGB schlägt ein umfassendes Aktionsprogramm vor, um den Übergang zwischen Schule und Beruf zu verbessern. Dazu gehören auch Unterstützung beim Nachholen eines Berufsabschlusses und eine verbesserte Ausbildungsgarantie. Ein Zukunftsfonds könnte dabei helfen, den jungen Menschen einen qualifizierten Ausbildungsplatz zu garantieren. Es ist höchste Zeit, dass hier etwas passiert! [Quelle], [Quelle], [Quelle].
