Heute ist der 9.06.2026, und die Wälder im Werra-Meißner-Kreis sind nach einem langen Kampf gegen die verheerenden Folgen von Extremwetterereignissen in den letzten Jahren wieder im Aufwind. Seit 2018 haben Stürme, Dürreperioden und Schädlinge wie der Borkenkäfer den hessischen Staatswald stark beschädigt. In Zahlen ausgedrückt: Rund 4400 Hektar Waldfläche wurden in dieser Zeit geschädigt. Die Hauptursachen sind vielfältig – von heftigen Stürmen, die im Herbst 2017 und Frühjahr 2018 wüteten, bis hin zu extremen Temperaturen in den Jahren 2018 bis 2023, die die Massenvermehrung von Borkenkäfern begünstigten. Ein Teufelskreis, der die Stabilität des Ökosystems Wald stark gefährdet hat.
Doch Aufgeben gilt nicht! Etwa ein Viertel der geschädigten Fläche wurde bereits wiederaufgeforstet, und die Arbeit geht weiter. Hessen-Forst hat seit 2018 insgesamt rund 10.000 Hektar der über 40.000 Hektar Schadflächen in Hessen wiederbewaldet. Dabei wurden beeindruckende 27 Millionen junge Bäume gepflanzt. In den Forstämtern Wehretal und Hessisch Lichtenau alleine sind es 2,8 Millionen Bäume, die wieder ins Leben gerufen wurden. Hierbei kommen sowohl Laubbäume wie Eiche und Hainbuche als auch Nadelhölzer wie Douglasie und Tanne zum Einsatz. Das Ziel? Klimastabile Wälder, die besser gegen Extremwetter gewappnet sind. Ein ehrgeiziges, aber wichtiges Vorhaben!
Die Herausforderungen der Wiederbewaldung
Die Herausforderungen sind jedoch gewaltig. Die Trockenheit hat nicht nur den Fichtenbestand stark geschädigt, sondern auch die Gesundheit der Laubwälder beeinflusst. So zeigt eine Schätzung, dass mehr als 500.000 Hektar Waldfläche in Deutschland dringend wiederbewaldet werden müssen. Dies wird durch die Massenvermehrung von Schädlingen, wie dem Buchdrucker und Kupferstecher, die durch die Hitze und Trockenheit begünstigt werden, weiter erschwert. In den letzten Jahren gab es zudem immer wieder Waldbrände, die vor allem durch menschliche Aktivitäten ausgelöst wurden. Im Jahr 2023 wurden über 1.000 Waldbrände registriert, was zwar einen leichten Rückgang darstellt, aber immer noch alarmierend hoch ist.
Die Forstämter im Werra-Meißner-Kreis sind mit einem Team von 30 Mitarbeitern in Wehretal und 60 in Hessisch Lichtenau für die Betreuung von insgesamt 39.000 Hektar Wald verantwortlich. Zukünftig liegt der Fokus auf der Pflege der jungen Wälder, um sicherzustellen, dass die Neupflanzungen auch nachhaltig überleben können. Im Frühjahr 2026 wurden 100.000 Bäume gepflanzt, und die Wiederbewaldung in den staatlich betreuten Wäldern ist weitgehend abgeschlossen. Die Herausforderungen sind jedoch weiterhin groß, insbesondere die Anpassung der Wälder an die sich verändernden klimatischen Bedingungen.
Finanzielle Unterstützung und Zukunftsperspektiven
Die finanziellen Mittel zur Unterstützung dieser Maßnahmen sind ebenfalls von großer Bedeutung. Im Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) wurde die Dringlichkeit zur Anpassung der Wälder an den Klimawandel betont. Für die kommenden Jahre stehen Millionenbeträge bereit, um dringend notwendige Maßnahmen zu fördern. Der Waldklimafonds (WKF) unterstützt darüber hinaus Forschungs- und Entwicklungsprojekte zur Verbesserung der Klimaschutzleistungen der Wälder.
Die Situation ist also angespannt, aber auch voller Hoffnung. Die engagierten Mitarbeiter der Forstämter und die zahlreichen Initiativen zeigen, dass man nicht einfach aufgeben kann. Die Wälder sind ein unverzichtbarer Teil unseres Ökosystems – wichtig für Klimaschutz, Biodiversität und als Holzlieferant. Ohne sie läuft nichts, und deshalb ist jeder gepflanzte Baum ein Schritt in die richtige Richtung.
