Heute ist der 11.05.2026 und die Lage im Dachdeckerhandwerk wird immer angespannter. Patric Pfannmüller, der Geschäftsführer des Dachdeckerbetriebs Diefenbach in Assenheim und Obermeister der Dachdecker-Innung des Wetteraukreises, äußert sich besorgt über die steigenden Materialkosten, die die Branche stark belasten. Besonders die unsicheren Zeiten, die durch den Iran-Krieg und andere geopolitische Spannungen geprägt sind, drücken auf die Stimmung im Handwerk. Man kann förmlich spüren, wie der Druck steigt, wenn er von exorbitanten Preissteigerungen im Dämmungsbereich und bei Holz berichtet. Und das ist nicht alles – auch die Transportkosten haben einen enormen Anstieg erfahren.

Holger Schwannecke, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks, warnt ebenfalls, dass sinkende Umsätze und eine fallende Auslastung die Stabilität der Binnenwirtschaft gefährden. Thorsten Fritzel, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, hebt hervor, dass vor allem die stark steigenden Einkaufspreise für Energie ein großes Problem darstellen. Viele Handwerksunternehmen stehen unter Druck und können die Kosten nicht einfach über höhere Verkaufspreise weitergeben. Dies führt dazu, dass einige Firmen die Lieferung von Bau- und Dämmmaterial eingestellt haben, bis die Rohstoffpreise wieder sinken.

Stressfaktoren im Handwerk

Die Situation wird zusätzlich kompliziert durch die Angebotsbindungen, die oft nur eine Preisbindungsfrist von 7-10 Tagen vorsehen. Pfannmüller hat festgestellt, dass Kunden häufig mehr Zeit für ihre Entscheidungen benötigen, was wiederum zu Verzögerungen führt. Interessanterweise lagert er bestimmte Materialien ein, um bei Aufträgen handlungsfähig zu bleiben. „Ehrlich gesagt, ich sehe keine einfachen Lösungen für die Probleme auf dem Markt“, sagt er und äußert Bedenken über die Abwanderung der Industrie ins Ausland. Die Zurückhaltung der Kunden ist spürbar, insbesondere im Sanierungsbereich. Wo früher Neubauten gefragt waren, konzentrieren sich die Aufträge nun mehr auf Ausbesserungen.

Aktuelle Zahlen aus dem ZVDH-Steckbrief zeigen, dass der Gesamtumsatz des Dachdeckerhandwerks im Jahr 2025 bei 13,5 Milliarden Euro lag. Dennoch gab es ein reales Minus im Umsatz im Vergleich zum Vorjahr, und die Preissteigerungen für Dachdeckungsarbeiten betrugen etwa 4,5 %. Es ist ein ständiger Kampf, und die Branche steht vor enormen Herausforderungen. Die Evaluierung der tariflichen Ausfallgeldregelung, die seit 1. Juni 2020 besteht, empfiehlt eine dauerhafte Verlängerung – ein weiteres Zeichen für die Schwierigkeiten, mit denen die Branche konfrontiert ist.

Ein Blick in die Zukunft

Der Zentralverband des Deutschen Dachdeckerhandwerks hat jüngst einen offenen Brief an die Industrie und den Bedachungsfachhandel veröffentlicht. ZVDH-Präsident Dirk Bollwerk und seine Kollegen fordern mehr Transparenz und Nachvollziehbarkeit bei den Preissteigerungen von Bedachungsmaterialien und Lieferkosten. Die Betriebe sehen sich wirtschaftlichen Belastungen gegenüber, da sie bereits kalkulierte Leistungen unter veränderten Bedingungen ausführen müssen. Es ist eine sehr herausfordernde Zeit für die Handwerker, die sich umso mehr um ihre Existenz sorgen. Schließlich betrifft es nicht nur die Dachdecker; die gesamte Lieferkette ist betroffen von steigenden Energie-, Rohstoff- und Transportkosten.

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Das Handwerk muss umdenken, um die Herausforderungen zu meistern. Kunden sind mehr denn je auf Bankfinanzierungen angewiesen, was den Entscheidungsprozess zusätzlich verlangsamt. Und während der Druck auf die Unternehmen wächst, bleibt es spannend, wie sich die Branche in den kommenden Monaten entwickeln wird. Pfannmüller hat festgehalten, dass eine vorausschauende Planung im Handwerk unerlässlich ist, um in diesen turbulenten Zeiten bestehen zu können.

Für mehr Informationen über die Herausforderungen und Entwicklungen im Dachdeckerhandwerk empfehlen wir einen Blick in den Artikel von FNP.