Nachwuchssorgen im Sängerkreis Friedberg-Wetterau: Chöre suchen dringend neue Ehrenamtliche
Heute ist der 9.07.2026 und wir werfen einen Blick auf die aktuelle Lage im Sängerkreis Friedberg-Wetterau, wo die Chöre mit einem drängenden Problem zu kämpfen haben: den Nachwuchssorgen. Über 20 Chöre in der Region stehen vor der Herausforderung, geeignete Nachfolger für ihre Vorstandsämter zu finden. Bettina Winkel, die seit 16 Jahren als Vorsitzende im Sängerkreis tätig ist, berichtet von den Schwierigkeiten, die damit verbunden sind. Es scheint, als ob sich niemand mehr bereit erklärt, ein solches Ehrenamt zu übernehmen. Ein besorgniserregender Trend, der sich durch die ganze Region zieht und auf ein größeres Problem hinweist.
Die Gründe für den Rückgang des ehrenamtlichen Engagements sind vielfältig. Ein Überangebot an Freizeitaktivitäten und die schnelllebige Gesellschaft tragen ihren Teil dazu bei, dass viele potenzielle Nachfolger sich nicht für ein Ehrenamt entscheiden. Fehlendes Durchhaltevermögen und die hohe Verantwortung, die mit solchen Ämtern einhergeht, schrecken viele Interessierte ab. Auch Bernd Richter, Abteilungsleiter der Musikabteilung der Sport-Union Nieder-Florstadt, merkt an, dass trotz bestehender Fortbildungsangebote der Mangel an Chorleitern evident ist. Die Musikabteilung hat derzeit keine Probleme mit Betreuern oder Dirigenten, wünscht sich jedoch eine zweite Dirigentin für das Jugendorchester.
Die Realität der Chöre und Orchester
Michael Pusch, Vorsitzender des Musikvereins Echzell, hat ebenfalls den Rückgang der ehrenamtlichen Musiker im Vergleich zu den Zeiten vor der Corona-Pandemie bemerkt. Die Orchester haben weniger Mitglieder, und Aushilfsmusiker werden häufiger angefragt. Das alles hat Auswirkungen: Auftritte fallen aus, Angebote werden reduziert und die wenigen verbliebenen Aktiven müssen zusätzliche Aufgaben übernehmen. Der Ehrenamtsbereich wird als verantwortungsvoll und zeitaufwendig beschrieben – kein Wunder, dass viele Menschen sich lieber um ihre Berufe, Familien und Freizeitbeschäftigungen kümmern.
Die Situation ist nicht nur für die Vereine selbst besorgniserregend, sondern auch für die kulturelle Landschaft in der Region. Es gibt zwar weiterhin ein großes Interesse an Gemeinschaft, Musik und kulturellem Engagement, doch der Nachwuchs steht auf der Kippe. Vorstandsmitglieder im Sängerkreis berichten, dass nur ein Mitglied in der Runde kein Personalproblem hat. Was für ein trauriger Zustand!
Die Herausforderungen des Ehrenamts
Ein weiterer Aspekt, der in der Diskussion um das Ehrenamt nicht fehlen sollte, ist die hohe Bürokratie und Verantwortung, die mit solchen Positionen verbunden sind. Viele fühlen sich von den Anforderungen überfordert. Laut einer Untersuchung des Bundesmusikverbandes gibt es zahlreiche Gelingensfaktoren, die junge Menschen an das Ehrenamt heranführen können, doch diese scheinen in der aktuellen Situation nicht ausreichend zu greifen.
Die Herausforderungen sind also klar: weniger Zeit, mehr Verantwortung und ein Überangebot an Alternativen. Dennoch bleibt die Hoffnung, dass sich neue Interessierte finden, die bereit sind, sich für die Gemeinschaft einzusetzen. Denn ohne den unermüdlichen Einsatz von Ehrenamtlichen können kulturelle Angebote nicht aufrechterhalten werden. Die Frage bleibt: Wie kann das Ehrenamt wieder attraktiver gemacht werden? Vielleicht ist es an der Zeit, neue Wege zu gehen und frische Ideen zu entwickeln.
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