Wir werfen einen Blick auf das aktuelle Geschehen in Wiesbaden, wo der österreichische Liedermacher Voodoo Jürgens, bürgerlich David Öllerer, mit seiner Band Ansa Panier ein mitreißendes Konzert gegeben hat. Der Abend dauerte knapp 100 Minuten und verwandelte den Schlachthof in einen Ort des Vergnügens. Die Menge sang begeistert bei seinen Hits wie „2l Eistee“, „Tulln“ und dem bekanntesten Song „Heite grob ma Tote aus“ mit. Voodoo Jürgens, der am 2. August 1983 in Tulln an der Donau geboren wurde, hat sich mit seinen schwarzhumorigen Texten im Wiener Dialekt einen Namen gemacht und gilt als einer der wichtigsten Vertreter des modernen Austropop.

Sein aktuelles Album „Gschnas“, das kürzlich veröffentlicht wurde, thematisiert das Leben in den Außenbezirken Wiens und bezieht sich auf einen Maskenball in der Vorstadt. Der Begriff „Gschnas“ stammt aus dem Althochdeutschen und steht in Verbindung mit Holzarbeiten. Voodoo Jürgens hat die Domain gschnas.at übernommen, um dort seine Malereien zu präsentieren. Musikalisch bewegt sich das Repertoire des Künstlers zwischen osteuropäischer Musik, Bossa Nova, Schrammelmusik, Twist, Rock’n’Roll und Electro-Pop. Während der Aufführung wirkte er entspannt, nippte am Weinglas und zündete sich eine Zigarette an. Interessanterweise wurden die neuen Lieder in Jam-Sessions entwickelt, in denen die Musiker eigene Ideen beisteuerten.

Einblicke in die musikalische Reise von Voodoo Jürgens

Voodoo Jürgens‘ Debütalbum „Ansa Woar“ erschien 2016 und behandelt marginalisierte Existenzen. Es erreichte Platz 1 der österreichischen Charts. Seine Texte zeichnen ein Bild von Wien, das zwar lebenswert, aber auch voller Zweifel und Abgründe ist. Die Lieder erzählen Geschichten, die oft abseits der touristischen Pfade liegen und das echte Leben in den Außenbezirken widerspiegeln. Vor seiner Solokarriere war er Mitbegründer der Garagenrock-Band Die Eternias, die in den 2000er-Jahren lokale Bekanntheit erlangte.

Der Weg zum Erfolg war jedoch nicht geradlinig. Nach einer abgebrochenen Lehre als Konditor beim Hofzuckerbäcker Demel arbeitete er zeitweise als Gärtner auf einem Friedhof, da seine Musik nicht ausreichend Einkommen brachte. Sein Durchbruch kam mit dem Hit „Heite grob ma Tote aus“, der 2016 die FM4 Radiocharts anführte. Seitdem hat sich Jürgens in der Musikszene etabliert und wird für seinen einzigartigen Stil geschätzt.

Ein Publikum, das die Texte liebt – auch ohne sie zu verstehen

Obwohl viele seiner deutschen Fans die Texte nicht verstehen, hat Voodoo Jürgens ein treues Publikum in Deutschland gefunden. Er selbst vergleicht das Hören von Musik mit unverständlichen Texten mit einem Rätsel. Ein Phänomen, das zeigt, wie Musik über Sprachgrenzen hinweg verbinden kann. Interessanterweise hat er nie darüber nachgedacht, ins Hochdeutsche zu wechseln, da der Dialekt zentral für seine Musik ist. Der Austropop erlebt in Deutschland einen Boom und wird als etwas Exotisches angesehen – ganz anders als in Österreich, wo der alte Austropop lange ein verstaubtes Image hatte.

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Sein viertes Album, das den Titel „Gschnas“ trägt, wurde in Bremen aufgenommen und stellt eine Abweichung von seinen früheren Gewohnheiten dar. Hier wurden zuerst die Musik und dann die Texte geschrieben, was ihm anfangs frustrierend vorkam. Doch der kreative Prozess hat sich gelohnt. Voodoo Jürgens bleibt ein Künstler, der mit seinen Werken das Publikum begeistert und immer wieder überrascht. Auf seine nächsten Auftritte darf man gespannt sein!