Heute ist der 8.06.2026 und in Burglesum gab es kürzlich einen bemerkenswerten Vortrag von Maria Torres über ein Thema, das viele vielleicht eher als ungewöhnlich empfinden: Insekten als Lebensmittel. Mit viel Leidenschaft erklärte sie, wie in vielen Kulturen, insbesondere in Mexiko, das Essen von Insekten ganz normal ist. Es ist nicht nur nahrhaft, sondern auch eine wichtige kulturelle Tradition. Die Zuhörer erfuhren, dass weltweit etwa 1000 essbare Insektenarten existieren und die Entomophagie, also das Verspeisen von Insekten, in vielen Regionen der Welt zum Alltag gehört. Besonders spannend war ihre Bemerkung, dass auch in der Antike, bei Römern und Griechen, Insekten auf dem Speiseplan standen.
Ein Punkt, den Torres besonders hervorhob: In Deutschland gibt es eine hartnäckige Ablehnung gegenüber Insekten als Nahrungsmittel, die oft auf Vorurteile zurückzuführen ist. In städtischen Gebieten wird Insektenkonsum häufig mit Dreck und Krankheiten assoziiert. Ganz anders sieht es jedoch in ländlichen Regionen aus, wo das Einsammeln und Zubereiten von Insekten in Einklang mit der Natur geschieht. Dort werden sie gekocht oder getrocknet und sind Teil der täglichen Ernährung.
Verkostung der besonderen Art
Ein Highlight des Abends war die Verkostung von gerösteten Grillen auf Tortilla-Chips. Und hier kann ich nur sagen: Die Besucher waren begeistert! Sie fanden die Grillen tatsächlich schmackhaft, vergleichbar mit knusprigen, salzigen Chips. Ein echtes Geschmackserlebnis, das viele wohl nicht erwartet hätten. Es ist schon erstaunlich, dass in vielen Teilen der Welt, wie in Lateinamerika, Afrika und Australien, Grillen ein gängiges Nahrungsmittel sind. In Mexiko gibt es sogar etwa 500 essbare Insektenarten, die zu bestimmten Zeiten in großen Mengen vorkommen.
Torres erzählte auch von ihren eigenen Erfahrungen in Deutschland. Nach 40 Jahren konnte sie endlich Grillen in einem Bio-Supermarkt finden – das hätte sie sich früher nicht träumen lassen. Es gibt mittlerweile eine Firma in Bremen, die sich auf Grillen spezialisiert hat, auch wenn die Preise noch relativ hoch sind. Es scheint, als ob sich der Markt für Insekten langsam, aber sicher entwickelt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Nährstoffdichte von Insekten ist nicht zu unterschätzen: Sie enthalten hochwertige Proteine sowie Vitamine A, B und C und ungesättigte Fette. Man fragt sich, ob der Insektenkonsum in Deutschland irgendwann alltäglich wird, oder ob wir weiterhin an unseren Vorurteilen festhalten. Das Beispiel von Maria Torres zeigt jedenfalls, dass es an der Zeit ist, die eigenen Vorurteile zu überdenken und die kulturellen Unterschiede zu akzeptieren. Ein bisschen mehr Offenheit könnte vielleicht dazu führen, dass wir bald nicht mehr von „ekligen Insekten“ sprechen, sondern einfach von einer weiteren, spannenden Möglichkeit, unseren Speiseplan zu bereichern.
