In Vegesack, einem Stadtteil von Bremen, stehen derzeit gleich drei Kindergärten leer. Das ist nicht nur ein lokales Problem, sondern wirft Fragen auf, die viele Familien betreffen. Interessanterweise ist der Gustav-Heinemann-Bürgerhaus-Bereich unter diesen Einrichtungen, die seit über einem Jahr ungenutzt sind. Der Familienservice Weser-Ems wurde geschlossen, und seitdem gibt es kaum Nutzungsmöglichkeiten für die Räume, die eigentlich bestens saniert und möbliert sind. Nur, so die traurige Realität, die Vermietung gestaltet sich als schwierig, da es ein Überangebot an Kitaplätzen gibt.

Das Kulturbüro Bremen-Nord berichtet von fehlenden Einnahmen und der inhaltlichen Vielfalt, die unter der Schließung leidet. Eine Umnutzung der Kitaräume ist ausgeschlossen, da sie speziell für die Betreuung von unter Dreijährigen ausgelegt sind. Überhaupt hat bisher kein Träger Interesse an der Nutzung der Einrichtungen angemeldet. Auch die zwei weiteren Einrichtungen, die Vegespatzen und die Vegesacker Hafenkinder, stehen leer. Diese waren ursprünglich als Start-up-Spielkreise ins Leben gerufen worden, um der Situation mit einem Mangel an Kitaplätzen entgegenzuwirken. Doch jetzt sind auch sie geschlossen, während die aktuelle Situation im Stadtteil entspannt scheint, da alle Kinder in regulären Kita-Angeboten einen Platz finden.

Die Suche nach Lösungen

Für die Vegespatzen wird derzeit eine Nachnutzung geprüft. Im Gegensatz dazu ist eine Nachnutzung der Hafenkinder ausgeschlossen. Das lässt die Frage aufkommen: Was könnte mit diesen leerstehenden Räumen geschehen? Die Stadt Bremen hat in den letzten zwei Jahren insgesamt 14 neue Kindertagesstätten eröffnet, was zeigt, dass der Bedarf theoretisch vorhanden ist. Doch paradox ist, dass es in Bremen aktuell mehr Kita-Plätze als Anmeldungen gibt. Wie kann das sein?

Letzten Sommer fehlten über 1.300 Betreuungsplätze für angemeldete Kinder, und für das Kita-Jahr 2025/2026 könnten sogar mehr als 1.500 Plätze ungenutzt bleiben. Hierzu trägt sicherlich auch bei, dass nur etwa 30% der Kinder bis drei Jahre einen Krippenplatz haben, verglichen mit 37,4% bundesweit. In der Bildungsbehörde ist man sich dieser Herausforderungen bewusst und plant, Eltern gezielt anzusprechen, um die Anmeldungen zu steigern. Der gesetzliche Anspruch auf Kita-Plätze besteht seit 2013 für Kinder ab dem ersten Lebensjahr – ein guter Schritt, aber die Umsetzung scheint noch nicht optimal zu laufen.

Ein Blick auf die Betreuungsquote

Die Betreuungsquote bei Kindergartenkindern liegt in Bremen bei 87,4%, bundesweit sind es jedoch 91,3%. So verwundert es nicht, dass in Stadtteilen wie Gröpelingen, Huchting, Walle und Blumenthal nur 80% der Kinder im Kindergartenalter einen Platz haben. Das führt dazu, dass 22 Einrichtungen, die von Elternvereinen getragen werden, Schwierigkeiten haben, ihre Gruppen zu füllen. Fehlende Anmeldungen können zu Förderungsverlusten und im schlimmsten Fall zu möglichen Schließungen von Kitas führen.

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Die gegenwärtige Situation in Vegesack und Bremen insgesamt zeigt, dass die Herausforderungen im Bereich der frühkindlichen Betreuung komplex sind. Die leerstehenden Kindergärten sind nur ein Teil des Puzzles, das es zu lösen gilt, um allen Kindern die bestmögliche Betreuung zu bieten. Es bleibt abzuwarten, welche Lösungen die Stadt Bremen findet und ob die leerstehenden Einrichtungen eines Tages wieder in Betrieb genommen werden, um den Bedürfnissen der Familien gerecht zu werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie in dem Artikel auf Weser-Kurier und in den Berichten von buten un binnen.