Grundsteinlegung für inklusives Schulzentrum in Greifswald
Heute, am 24. Juni 2026, wurde in Greifswald ein bedeutender Schritt in Richtung Bildung für alle gemacht. Die Grundsteinlegung für das neue inklusive Schulzentrum „Am Ellernholzteich“ fand statt. Ein Projekt, das nicht nur den Bildungsbereich, sondern auch die gesamte Stadtentwicklung vorantreiben soll. Die Kosten für dieses ehrgeizige Vorhaben belaufen sich auf rund 80 Millionen Euro – eine Summe, die angesichts der sinkenden Geburtenzahlen in der Region kritisch betrachtet wird. Doch Oberbürgermeister Stefan Fassbinder bleibt optimistisch und hebt hervor, dass die bestehenden Schulen überlastet sind und Greifswald weiter wächst.
Das neue Schulzentrum wird Platz für mehr als 700 Kinder von der ersten bis zur zehnten Klasse bieten. Geplant sind unter anderem eine eigene Aula, eine Mensa, ein Hort sowie eine Sporthalle. Besonders interessant ist die nachhaltige Ausrichtung des Projekts: Geothermie und Photovoltaikanlagen sollen künftig für ein umweltfreundliches Energiekonzept sorgen. Die ersten Module wurden bereits am Dienstag aufgestellt, und der Unterrichtsbeginn für die ersten Schüler ist in drei Jahren vorgesehen. Die offizielle Einweihung eines neuen Schulgebäudes in Sellin, das aktuell mehr als 400 Kinder beherbergt, lässt auf die Fortschritte in der Region hoffen.
Details zum Schulzentrum
Das inklusive Schulzentrum „Am Ellernholzteich“, das an der Osnabrücker Straße und der Verlängerten Scharnhorststraße entsteht, wird aus mehreren Teilen bestehen. Dazu gehören eine 3-zügige Grundschule für bis zu 312 Schüler und eine 2 ½-zügige Regionalschule mit einer 3-zügigen Orientierungsstufe für bis zu 416 Schüler. Das Konzept berücksichtigt die unterschiedlichen Bedürfnisse von Schülern und setzt auf moderne Lernmethoden. Flexibel nutzbare Lerncluster ermöglichen es, verschiedene pädagogische Ansätze zu verfolgen. Zudem wird die Schulhofgestaltung naturnah sein und auch Spielgeräte für Rollstuhlfahrer bieten.
Die Finanzierung des Projekts ist bislang nur für den ersten Bauabschnitt gesichert, der die Grundschule, den Hort, die Sporthalle und die Außenanlagen umfasst. Für den zweiten Bauabschnitt, der die Regionalschule betrifft, hofft die Stadt auf Unterstützung durch die EFRE-Förderung. Die Stadtverwaltung hat bereits im November 2022 die Entwurfsplanung vorgelegt, die im Dezember bestätigt wurde. Trotz der Herausforderungen, auch durch die Corona-Pandemie, wird mit einer Fertigstellung zum Schuljahresbeginn 2026/27 gerechnet.
Ein Schritt in Richtung Inklusion
In Deutschland haben alle Kinder und Jugendlichen das Recht auf diskriminierungsfreie Bildung. Das neue Schulzentrum in Greifswald steht beispielhaft für den Weg zu einem inklusiven Schulsystem, das gemeinsames Lernen für alle Schüler:innen ermöglichen soll. Laut einer Analyse der Bertelsmann-Stiftung bleibt die Frage, wie weit Deutschland auf diesem Weg ist, weiterhin offen. 15 Jahre nach der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention ist es ein wichtiges Anliegen, dass die Umsetzung der Inklusion in Schulen vorangetrieben wird.
Das Schulzentrum „Am Ellernholzteich“ könnte dabei eine Vorreiterrolle übernehmen. Mit der Berücksichtigung der verschiedenen Bedürfnisse von Schülern in der Planung und einer Ausstattung, die modernes Lernen fördert, zeigt Greifswald, dass Bildungspolitik auch in Zeiten sinkender Geburtenzahlen und finanzieller Herausforderungen vorangetrieben werden kann. Die Entwicklung in Greifswald ist ein positives Zeichen für die Zukunft der Bildung in der Region.
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