In Mecklenburg-Vorpommern stehen große Veränderungen für das Lehramtsstudium bevor. Über 50% der Studierenden in diesem Bereich brechen ihr Studium ab, was alarmierende Zahlen sind. Um dem entgegenzuwirken, wurde mit dem neuen Lehrkräftebildungsgesetz 2025 eine umfassende Reform beschlossen. Diese Reform zielt darauf ab, die hohe Abbrecherquote zu senken und zukünftige Lehrkräfte besser auf ihren Beruf vorzubereiten. Ein zentraler Punkt der Reform ist die Zusammenlegung der bisherigen Studiengänge für Regionalschullehrer und Gymnasiallehrer zu einem gemeinsamen Sekundarstufenlehramt. Ab dem kommenden Wintersemester sollen die Studierenden der weiterführenden Schulen den ersten Teil ihrer Ausbildung gemeinsam absolvieren, was sicher für eine bessere Vernetzung und Austausch sorgen wird.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt, dass die Situation nicht nur in Mecklenburg-Vorpommern, sondern in ganz Deutschland besorgniserregend ist. Jährlich schreiben sich rund 47.000 Menschen für ein Lehramtsstudium ein, doch nur etwa 28.000 schaffen es bis zum Referendariat. Ein Viertel der Lehramtsstudierenden bricht ihr Studium ab, und das hat weitreichende Folgen, denn die Gesellschaft benötigt dringend qualifizierte Lehrkräfte. Besonders in Berlin ist die Abbrecherquote alarmierend hoch: 64% der Studierenden schaffen es nicht bis zum Abschluss oder wechseln in ein anderes Bundesland. Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt sind ebenfalls betroffen, wobei dort jeder Zweite und jeder Dritte das Studium abbricht.

Fachwechsel und persönliche Gründe

Die Gründe für die Abbrüche sind vielfältig. Studienwechsel, persönliche Umstände oder schlichtweg die Überforderung in einem so anspruchsvollen Studium spielen eine Rolle. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, plant die Universität Rostock, mit einem neuen Programm zur Stundenplanerstellung die Studierenden zu entlasten. Ziel ist es, dass Lehrveranstaltungen weniger stark überschneiden, was den Studierenden mehr Zeit und Raum gibt, sich auf ihr Studium zu konzentrieren. Zudem sollen die zukünftigen Lehrkräfte früher in Kontakt mit Schülerinnen und Schülern kommen, um den Schulalltag direkt kennenzulernen.

Die Bildungsgewerkschaft GEW hat ebenfalls festgestellt, dass viele erfahrene Lehrkräfte ihren Beruf nicht weiterempfehlen. Das ist eine ernüchternde Erkenntnis! Um dem entgegenzuwirken, werden höhere Praxisanteile, mehr Praktika und eine intensivere Begleitung durch Mentorinnen und Mentoren angestrebt. Diese Maßnahmen orientieren sich an den Empfehlungen der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission und sollen dazu beitragen, die Ausbildungsqualität zu verbessern. Ein weiterer Schritt in die richtige Richtung ist die Trennung der Lehramtsstudierenden von anderen Fachrichtungen, insbesondere in naturwissenschaftlichen Fächern.

Neue Studiengänge und finanzielle Unterstützung

Ab Wintersemester 2026/27 wird zudem an der Universität Greifswald ein neuer Masterstudiengang für Mathematik-Absolventen angeboten. Das sogenannte Q-Master-Programm ermöglicht es Mathematik-Absolventen, Pädagogik und Vermittlungskompetenzen zu erlernen und ein Referendariat zu beginnen. In Greifswald können angehende Lehrerinnen und Lehrer ab dem gleichen Semester auch Biologie, Informatik und Sozialkunde im Lehramt studieren. Interessanterweise erhält der Kreis 68,56 Millionen Euro aus dem Sondervermögen des Bundes, wovon 37,70 Millionen Euro an die Gemeinden weitergegeben werden. Das könnte helfen, die nötigen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, um die Reform in die Tat umzusetzen.

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Bildungsministerin Martin hat Vorwürfe der CDU zur Abschaffung der Gymnasien zurückgewiesen und betont, dass die Reformen notwendig sind, um die Lehrkräfte von morgen zu sichern. Laut der Kultusministerkonferenz könnten bis 2035 bis zu 68.000 Lehrkräfte fehlen, wenn nicht bald gegengesteuert wird. Es bleibt abzuwarten, ob die geplanten Maßnahmen die gewünschten Erfolge bringen und ob die Abbrecherquote in den kommenden Jahren tatsächlich gesenkt werden kann. Die Hoffnung ist groß, dass die Reformen nicht nur den Studierenden zugutekommen, sondern letztlich auch den Schulen und den Schülerinnen und Schülern selbst.