Heute ist der 5. Mai 2026 und in Mecklenburg-Vorpommern gibt es einen besonderen Grund zur Freude. Im Schloss Plüschow bei Grevesmühlen wurde eine restaurierte Wandtapete aus dem 18. Jahrhundert vorgestellt. Ja, genau! Diese beeindruckende Tapete, die mehrere Meter hoch und breit ist, hängt nun stolz wieder im Schloss. Man fragt sich natürlich, ob sie an ihrem ursprünglichen Platz prangt. Doch das bleibt unklar, denn wo genau sie früher hing, ist unbekannt. Ein wenig geheimnisvoll, oder?
Die Geschichte der Tapete ist ebenso spannend wie ihre Rückkehr. Ein Bauarbeiter entdeckte sie vor etwa dreißig Jahren in einer Garage. Während Renovierungsarbeiten um 1990 rettete er sie aus dem Bauschutt. Vor zweieinhalb Jahren übergab er das Stück dem Förderkreis des Schlosses. Die Restaurierung, die dann folgte, wurde von einer Textilrestauratorin und einer Gemälderestauratorin durchgeführt. Miro Zahra, die Leiterin des Künstlerhauses Schloss Plüschow, bezeichnet die Tapete als kulturhistorisch von unschätzbarem Wert. Ein großes Lob, das zeigt, wie wichtig solche Funde für unser kulturelles Erbe sind.
Einzigartigkeit und zukünftige Pläne
Ramona Dornbusch, die Direktorin des Landesamtes für Kultur und Denkmalpflege, hebt die Einzigartigkeit dieses Fragmentes hervor. Es ist faszinierend zu wissen, dass der Bauarbeiter damals nicht alle Stücke retten konnte, wodurch die Tapete unvollständig bleibt. Dennoch gibt es Pläne, sie weiter zu erforschen. Am kommenden Samstag wird sie der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei wurde ein Familienprogramm entwickelt, das den Fund der Jugend näherbringen soll – finanziert mit etwa 11.000 Euro vom Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern. Eine Stiftung und eine Sparkasse haben das Projekt ebenfalls unterstützt, auch wenn die Höhe der Beträge nicht genannt wurde.
Doch das ist noch nicht alles! Ein geplantes Schaumagazin im ehemaligen „Vorwärts“-Werk wartet auf die nötige Finanzierung. Jens Ehrhardt hat dieses Projekt initiiert und der Architekt Francis Kéré wird dabei helfen, es zu gestalten. Das klingt nach einer spannenden Zukunft für die Region!
Die Kunst der Restaurierung
Die Restaurierung historischer Papiertapeten ist eine Kunst für sich. Das Atelier für historische Papiertapeten Lutz J. Walter ist seit 25 Jahren aktiv und hat sich auf die Rekonstruktion und Restaurierung dieser besonderen Kunstwerke spezialisiert. Hier wird mit Handdrucktechnik gearbeitet – eine Technik, die seit der Mitte des 20. Jahrhunderts in Deutschland nicht mehr praktiziert wurde, aber erstaunlicherweise wiederbelebt werden konnte. Das Ziel ist die Wiederherstellung historischer Interieurs. So wird die originalgetreue Rekonstruktion von Papiertapeten aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert im Handdruck mit Modeln möglich. Ein beeindruckender Prozess, der mit modernen Drucktechnologien nur schwer zu reproduzieren ist.
Die einzigartigen Oberflächenwirkungen der Leimfarben und die Eigenschaften dieser historischen Tapeten bleiben mit modernen Techniken unerreicht. Es ist fast so, als könnte man die Geschichte in den feinen Mustern und Texturen der Tapete spüren. Schade, dass nicht alle Teile gerettet werden konnten, aber das Fragment, das jetzt im Schloss hängt, erzählt dennoch eine Geschichte – und das ist die Hauptsache.