In Rostock tut sich was im Bereich der Pflege und Wohnformen! Die Wohnungsgesellschaft WIRO hat ein bemerkenswertes Projekt ins Leben gerufen, das die herkömmliche Vorstellung von Pflegeheimen auf den Kopf stellt. Stattdessen werden zwei selbstbestimmte ambulant betreute Wohngemeinschaften eingerichtet, und das in einem neugebauten, zwölfgeschossigen Wohnblock im Stadtteil Lütten Klein. Hier sollen Menschen mit geringerem Pflegebedarf ein Zuhause finden, das den Fokus auf Gemeinschaft und Selbstbestimmung legt.

Insgesamt stehen 19 Wohneinheiten zur Verfügung, darunter vier Apartments für jeweils zwei Personen. Jedes dieser unmöblierten Apartments hat sein eigenes Bad, und die Bewohner können sich auf gemeinsame Aufenthaltsbereiche mit Küche und Terrasse freuen. Das klingt fast wie ein kleines Paradies, oder? Die Idee ist, dass die WG-Mitglieder eine Präsenzkraft wählen, die sie bei den alltäglichen Aufgaben wie Einkäufen, Kochen und Wäsche unterstützen soll. Weitergehende Hilfe kann individuell durch ambulante Pflegedienste organisiert werden. Ab dem 1. Juli sind die Wohngemeinschaften bezugsfertig, und Interessierte müssen lediglich einen Pflegegrad nachweisen und bereit sein, mit anderen zusammenzuleben. Die Kosten für die Gemeinschaftsleistungen werden geteilt, und auch die Pauschalmiete umfasst sowohl das Apartment als auch die Nutzung der Gemeinschaftsräume. Mehr Infos dazu gibt’s hier.

Neue Möglichkeiten und Unterstützung durch die Pflegeversicherung

Das Konzept der Wohngemeinschaften wird nicht nur in Rostock immer attraktiver. Ab dem 1. Januar 2026 dürfen zugelassene ambulante Pflegeeinrichtungen sektorenübergreifende Verträge mit Kostenträgern für die pflegerische Versorgung in solchen gemeinschaftlichen Wohnformen abschließen. Das bedeutet, dass Pflegebedürftige ein Basispaket aus pflegerischen, betreuerischen und hauswirtschaftlichen Leistungen sowie Leistungen der häuslichen Krankenpflege an die Hand bekommen. Und das Beste? Sie erhalten monatlich einen pauschalen Zuschuss von 450 Euro zur Deckung der Kosten für die selbstbestimmte Pflege in gemeinschaftlichen Wohnformen. Das gilt für alle Pflegegrade!

Zusätzlich gibt es weitere ambulante Leistungen, die beantragt werden können, wie zum Beispiel Pflegehilfsmittel oder Pflegekurse für Angehörige. Amüsanterweise gibt es aber auch einige Dinge, die in dieser Form nicht abgedeckt sind, wie etwa die Tages- und Nachtpflege. Das hat einen einfachen Grund: Die Versorgungssicherheit in Gemeinschaftswohnungen soll gewährleistet bleiben.

Besondere Vorteile für Pflege-WGs

Für die Bewohner von Pflege-WGs gibt es noch mehr interessante Unterstützungsmöglichkeiten. Der sogenannte Wohngruppenzuschlag beträgt 224 Euro pro Monat und kann zusätzlich zu anderen Leistungen beantragt werden. Voraussetzung ist, dass mindestens drei Bewohner pflegebedürftig sind und eine Präsenzkraft beauftragt wird, die das Gemeinschaftsleben unterstützt. Das klingt doch nach einer fairen Regelung, um den Alltag ein wenig zu erleichtern!

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Wer in einer WG lebt, kann auch Zuschüsse für notwendige bauliche Veränderungen beantragen – bis zu 4.180 Euro für jeden Pflegebedürftigen. Das Ziel? Die Verbesserung der pflegerischen Situation oder die Förderung der selbständigen Lebensführung. Bei mehr als vier Anspruchsberechtigten wird der Betrag anteilig aufgeteilt, was besonders wichtig ist, um den Wohnraum an die Bedürfnisse aller anzupassen.

Besonders erwähnenswert ist der Gründungszuschuss. Pflegebedürftige, die eine selbstorganisierte Pflege-WG gründen möchten, können bis zu 2.613 Euro pro Person beantragen. Maximal 10.452 Euro pro WG – das ist doch ein Anreiz, oder? Und das alles muss innerhalb eines Jahres nach der Erfüllung der Voraussetzungen beantragt werden. Aber auch für Menschen mit geringem Einkommen gibt es Unterstützungsmöglichkeiten über das Sozialamt oder Wohngeld.

Die Entwicklungen in Rostock sind ein spannendes Beispiel dafür, wie alternative Wohnformen und neue Konzepte in der Pflege immer mehr an Bedeutung gewinnen. Hier wird nicht nur an die körperlichen Bedürfnisse gedacht, sondern auch an die seelische Gesundheit und das Gemeinschaftsgefühl der Bewohner. Man kann nur hoffen, dass solche Initiativen Schule machen – nicht nur in Deutschland, sondern auch in Österreich und darüber hinaus.