Ostervilm: Die geheimnisvolle Insel im Greifswalder Bodden findet einen neuen Besitzer
Die ehemalige Militärstation „Ostervilm“ im Greifswalder Bodden hat jetzt einen neuen Eigentümer. Ja, richtig gehört! Diese kleine Insel, die etwa 250 Quadratmeter groß ist, wurde für rund 60.000 Euro versteigert. Der glückliche Käufer ist der österreichische Unternehmer Oliver Pesendorfer, der mit seinem Fertighausunternehmen McCube schon einige interessante Projekte realisiert hat. Lustigerweise hat er die Insel bislang noch nie betreten – sein erster Besuch ist für den 25. Juni geplant. Man kann sich vorstellen, wie aufregend das für ihn sein muss!
Was die Insel so besonders macht? Nun, Ostervilm ist eine künstliche Insel, die in den 1950er-Jahren von der Volksmarine der DDR als Entmagnetisierungsstation für Militärschiffe errichtet wurde. Diese Maßnahme diente dazu, die magnetische Signatur von Kriegsschiffen zu reduzieren und sie so vor magnetischen Minen und Torpedos zu schützen. Die Anlage wurde im Jahr 1954 auf rund 600 Holzpfählen in einer Wassertiefe von 10 Metern errichtet. Nach der Wiedervereinigung wurde die Station nicht mehr benötigt und begann zu verfallen. Die Natur hat sich viele Bereiche der Insel zurückerobert – ein Bild des Verfalls, aber auch der unbändigen Kraft der Natur.
Der Zustand der Insel
Die alte Entmagnetisierungsstation ist stark beschädigt: Fenster sind zerbrochen, Stahlteile rosten vor sich hin, und große Teile der Holzkonstruktion sind eingestürzt. Man kann sich vorstellen, wie der Wind um die maroden Wände pfeift und die Wellen des Greifswalder Boddens gegen die Plattform schlagen. Die ehemalige Militäranlage ist mittlerweile ein „Lost Place“, ein Ort der vergessenen Geschichten und der geheimnisvollen Atmosphäre. Die Umgebung ist aber nicht nur ein Schandfleck – sie hat auch ihren ganz eigenen Charme, der viele Menschen anzieht.
Pesendorfer hat bereits einige Nutzungsideen im Kopf. Kultur- und Veranstaltungsformate, Hochzeiten, Retreats und gastronomische Angebote stehen auf der Liste. Nachhaltigkeit und ein respektvoller Umgang mit der vorhandenen Struktur sind dabei zentrale Ziele. Klar, bevor er die Pläne konkretisieren kann, müssen noch einige Gespräche mit Fachplanern, Behörden und Naturschutzexperten geführt werden. Schließlich stellt die Lage im Greifswalder Bodden besondere Anforderungen an Naturschutz und Genehmigungen – da ist Fingerspitzengefühl gefragt.
Ein Stück Geschichte
Die Insel liegt ungefähr 2,8 km östlich der Insel Vilm, zwischen der Halbinsel Reddevitzer Höft und der Insel Rügen. Sie ist nur per Boot erreichbar – ein kleines Abenteuer für sich! Bei der Auktion, die am 4. Juni 2026 in Hamburg stattfand, gab es großes Interesse an der Immobilie, mit zahlreichen Anfragen aus ganz Deutschland. Nach 20 Geboten wurde die Auktion beendet, und der Zuschlag ging an Pesendorfer. Es wurde kein Grundstück versteigert, sondern ein Nutzungsrecht – die jährliche Pacht für die Wasserfläche beträgt etwa 75 Euro. Irgendwie klingt das nach einem Schnäppchen für so ein Stück Geschichte, oder?
Auf Ostervilm befindet sich auch eine etwa 1,3 Tonnen schwere Keramikskulptur in Form einer Glocke, die von dem Künstler Gerhard Benz geschaffen wurde. Sie könnte eine interessante Ergänzung zu den geplanten Veranstaltungen sein. Vor etwa zehn Jahren gab es bereits einen gescheiterten Versuch, die Station in eine Ferienanlage umzubauen. Damals haben die hohen Sanierungskosten den Traum platzen lassen. Man darf gespannt sein, ob Pesendorfer und sein Team es besser machen.
Die Zukunft von Ostervilm bleibt also spannend. Ob sie zu dem geheimen Ostsee-Tipp wird, der viele Besucher anzieht, oder ob die Insel weiterhin ein ruhiger Ort bleibt, den nur wenige kennen, wird sich zeigen. Eines ist sicher: Die Geschichte von Ostervilm ist noch lange nicht zu Ende erzählt. Wer weiß, vielleicht wird dieser Ort bald wieder zum Leben erweckt und zieht Menschen aus nah und fern an. Was für eine aufregende Aussicht!
Für mehr Informationen über die Insel und ihre Geschichte kann man sich auch hier umschauen oder einen Blick auf die Wikipedia-Seite werfen!
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