Hitze-Check 2026: Greifswald und Stralsund im Mittelfeld der Hitzebewertung
Heute ist der 13.06.2026 und wir schauen nach Deutschland, genauer gesagt, nach Greifswald und Stralsund. Dort hat die Deutsche Umwelthilfe (DUH) eine Studie veröffentlicht, die den Hitze-Schutz in diesen beiden Städten unter die Lupe nimmt. Ergebnis? Beide Städte landen im deutschlandweiten „Hitze-Check 2026“ im Mittelfeld. Das klingt erst mal nicht schlecht, aber wenn man sich die Details anschaut, wird’s doch etwas besorgniserregend.
In der Studie wird ein klarer Mangel an schattenspendenden Bäumen festgestellt. Gerade in Zeiten zunehmender Sommerhitze, in denen die Temperaturen in vielen Teilen Deutschlands steigen, ist das ein echtes Problem. In Stralsund sind nur 23% der Stadtfläche durch Grün beschattet, in Greifswald sind es knapp 22%. Die DUH empfiehlt aber mindestens 30% für besseren Hitze-Schutz. Denn je weniger Bäume, desto weniger Schatten und Kühlung. Ein Teufelskreis, oder?
Die Gefahren der Versiegelung
Ein weiteres großes Thema sind die versiegelten Flächen. In Deutschland werden jährlich etwa 62 Quadratkilometer neu versiegelt – das ist ungefähr die Größe der Stadt Fürth! Und das hat Folgen. Versiegelte Flächen heizen sich stark auf und kühlen sich nachts kaum ab, was besonders für vulnerable Gruppen wie ältere Menschen oder Kinder gefährlich ist. In der DUH-Studie wird auch auf die Zunahme der Bodenversiegelung durch Straßen- und Gebäudebau hingewiesen. Diese Entwicklung hat zur Folge, dass bei Starkregen der Niederschlag nicht mehr in den Boden fließen kann. Eine gefährliche Kombination, die das Risiko für Überschwemmungen erhöht.
Die Stadtverwaltung von Stralsund hat die Studie als „inhaltsleer“ kritisiert und argumentiert, dass die lokalen klimatischen Bedingungen nicht ausreichend berücksichtigt wurden. Tatsächlich basiert die Studie auf Satellitendaten, die Mittagstemperaturen ermitteln, und auf den Beschirmungs- und Versieglungsgraden. Doch wo bleibt die kleinteilige Analyse vor Ort? Die Frage bleibt offen.
Hitze-Checks und ihre Bedeutung
Die jährlichen Hitze-Checks sind wichtig, um die Problematik sichtbar zu machen. Sie nutzen Fernerkundungsdaten, um versiegelte Flächen, Hitzebetroffenheit und das fehlende Grün in Städten mit über 50.000 Einwohnern zu untersuchen. In Deutschland stellen wir fest, dass viele Städte unzureichend auf die Hitzeproblematik vorbereitet sind. Die DUH hat nur sieben Städte identifiziert, die den empfohlenen Richtwert von mindestens 30 Prozent Baumbeschirmung erreichen. Das sind Hamburg, Berlin, Oldenburg, Potsdam, Solingen und ein paar andere. Alle anderen, darunter auch Greifswald und Stralsund, stehen vor großen Herausforderungen.
Die WHO hat zwischen 1998 und 2017 weltweit etwa 166.000 hitzebedingte Todesfälle dokumentiert. Besonders betroffen sind städtische Gebiete, die sich durch den urbanen Hitzeinseleffekt stark aufheizen. Es ist höchste Zeit, dass Kommunen und Stadtplaner*innen Maßnahmen zur Reduzierung von Hitze ergreifen. Dazu gehören die Schaffung von Grünflächen, die Einrichtung von Frischluftschneisen und Verschattungen, um das Stadtklima zu verbessern.
Das Fraunhofer IBP unterstützt die klimawandelangepasste Stadtgestaltung und bietet Werkzeuge für die evidenzbasierte Planung von Anpassungsmaßnahmen an. Stadtklimasimulationen könnten helfen, die Wirkung von solchen Maßnahmen im Vorfeld zu berechnen. Denn nur so können wir herausfinden, welche Schritte wirklich effektiv sind, um unsere Städte kühl und lebenswert zu halten.
Die Herausforderungen sind also groß, aber die Lösungen liegen auf dem Tisch. Wenn wir jetzt handeln, können wir vielleicht den kommenden Sommer ein wenig erträglicher gestalten.
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