In der kleinen, aber feinen Stadt Bremen-Vegesack tut sich mal wieder etwas – oder besser gesagt, es tut sich nicht viel. Die Baudeputation hat das Planverfahren für einen neuen Supermarkt an der Lindenstraße einstimmig eingestellt. Nach zehn Jahren der Planung, die von Stillstand geprägt waren, ist es ein vorläufiges Ende für das Vorhaben der ELB Grundstücksverwaltungsgesellschaft, die zur Lürssen-Gruppe gehört. Das 5.300 Quadratmeter große Grundstück, das 2009 erworben wurde, sollte einst mit einem Supermarkt und einem Bäckereibetrieb aufwarten, doch die Differenzen über die Marktgröße und den Betreiber waren einfach zu groß.

Die ELB hatte einen Markt mit 1.460 Quadratmetern geplant, während die Baubehörde lediglich 1.400 Quadratmeter akzeptieren wollte. Das ist wie ein ständiges Spiel, bei dem die beiden Parteien einfach nicht auf einen Nenner kommen. Und als ob das nicht genug wäre, äußerte die Baubehörde Bedenken, dass ein Vollversorger das Vegesacker Zentrum nachhaltig beeinträchtigen könnte. Was bleibt, ist eine Versorgungslücke in dem Ortsteil Fähr-Lobbendorf – und die Anwohner sind da nicht gerade glücklich darüber.

Ein weiterer Rückschlag für die Nahversorgung

Die Situation wird noch komplizierter, denn der „Maribondo“-Supermarkt, der seit etwa 15 Jahren eine inklusive Arbeitsumgebung für Menschen mit Behinderung bietet, steht ebenfalls vor der Schließung. Die Entscheidung ist nicht leicht gefallen, aber die Angst der Mitarbeiter vor Überfällen hat das Fass zum Überlaufen gebracht. Wie Erwin Bienewald, der Leiter der Stiftung, berichtet, haben Raubüberfälle und Ladendiebstähle die finanzielle Bilanz des Marktes stark belastet. Stammkunden kaufen dort vor allem kleine Artikel, während Diebe als die besten „Kunden“ beschrieben werden. Eine traurige Ironie, nicht wahr?

Jetzt plant der Supermarkt, Ende März zu schließen, mit der Möglichkeit, die Öffnungszeiten bis 13 Uhr zu verkürzen. Doch die kürzere Öffnungszeit wird von vielen als wenig hilfreich angesehen, da sie nur dazu führen könnte, dass die Kundenanzahl noch weiter sinkt. Ältere Anwohner sind besorgt, dass der Weg zu einem anderen Markt einfach zu weit wird. Und das ist bei weitem nicht die einzige Herausforderung, die Vegesack derzeit bewältigen muss.

Die Zukunft der Nahversorgung in Bremen

Die Stadt Bremen hat sich zwar die Stabilisierung und Weiterentwicklung der Stadtteilzentren und der Nahversorgung auf die Fahnen geschrieben, doch die Realität sieht oft anders aus. Das aktualisierte Zentren- und Nahversorgungskonzept wurde bereits 2021 beschlossen, und es ist klar, dass die Notwendigkeit einer kommunalen Konzeption für die Zentrenentwicklung immer dringlicher wird. Bei den vielen Herausforderungen, die hier auf den Tisch kommen, ist es kein Wunder, dass die Baudeputation auch in Zukunft über das Supermarktprojekt diskutieren wird, sollten neue Anträge gestellt werden.

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Es bleibt also abzuwarten, wie es mit der Nahversorgung in Bremen-Vegesack weitergeht. Die ELB hat derzeit keine Angaben zur weiteren Vorgehensweise gemacht, aber eines ist sicher: Die Ansiedlung eines Supermarktes in Fähr-Lobbendorf bleibt wünschenswert, denn die umliegenden Wohnviertel sind unterversorgt. Vielleicht gibt es ja bald neue Ideen und Konzepte, um die Situation zu verbessern – die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Für weitere Informationen zu den Entwicklungen in Bremen-Vegesack, könnt ihr die vollständigen Artikel auf Weser Kurier und t-online nachlesen. Ein spannendes Thema, das uns alle betrifft!

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