In Horn-Lehe, einem Stadtteil von Bremen, wird am Montag, dem 4. Mai, mit den Bauarbeiten für das Wohnhaus „Horner Tor“ begonnen. Ein Projekt, das die Unterbringung von zunächst 100 Geflüchteten vorsieht. Der Projektentwickler Amer Sandawi hat sich zusammen mit der AMM Holding GmbH, die auf ökologische Bauprojekte spezialisiert ist, dieser Aufgabe angenommen. Das Grundstück, das seit 20 Jahren brach liegt, war zuvor als „Geisterhaus“ bekannt. Ein marodes Gebäude, das nicht für eine Zwischennutzung geeignet war und vor einem Jahr abgerissen wurde.
Das neue Wohnhaus wird fünfgeschossig errichtet, mit einem Erdgeschoss aus rotem Klinker und oberen Etagen aus Holz. Bis Weihnachten 2023 soll alles fertig sein, vorausgesetzt, es treten keine weiteren Verzögerungen auf. Schräg gegenüber wird ein zusätzliches Projekt der Brüder Maximilian und Constantin Opatz realisiert, das 51 Wohneinheiten umfasst. Ursprünglich war eine Tiefgarage geplant, doch diese Idee wurde verworfen, da die Kosten und der Zeitaufwand zu hoch waren. Stattdessen wird ein Mobilitätskonzept umgesetzt, was bei den Nachbarn auf gemischte Reaktionen stößt.
Herausforderungen bei der Baugenehmigung
Die Genehmigungen für die Projekte haben sich jedoch als problematisch herausgestellt. Constantin Opatz, der Bauherr des angrenzenden Projekts, wartet weiterhin auf die Baugenehmigung, die sich aufgrund fehlender Unterlagen verzögert. Das Bauressort hat die Verzögerungen als Kommunikationsproblem bezeichnet. Der Bauherr hatte bereits vorher auf die Notwendigkeit einer Genehmigung bis Sommer 2025 hingewiesen. Derzeit stehen alle Zeichen auf abwarten.
Das „Geisterhaus“, welches einst als Hotel diente, wird durch einen neuen Wohnkomplex ersetzt. Geplant ist ein viergeschossiges Gebäude mit 48 Ein-Zimmer- und acht Zwei-Zimmer-Wohnungen. Im Erdgeschoss wird eine Bäckerei Platz finden, und ein Bürgersaal von 200 Quadratmetern steht für Vereinstreffen und private Feiern zur Verfügung. Die Stadt Bremen hat bereits eine langfristige Mietvereinbarung für das Gebäude getroffen, um es als Unterkunft für Geflüchtete zu nutzen.
Stadt Bremen und das Thema Geflüchtete
Die Stadt Bremen hat große Pläne, um den steigenden Bedarf an Unterkünften für Geflüchtete zu decken. Neben dem Projekt in Horn-Lehe wird auch ein ehemaliges Bürogebäude am Breitenweg zu einem Übergangswohnheim mit 64 Plätzen umgebaut. Ein weiteres Projekt im Kirchweg soll Platz für 155 Personen bieten, insbesondere für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die Unterstützung benötigen. Die Investition von rund 1,7 Millionen Euro zeigt, wie ernst die Stadt die Situation nimmt.
Insgesamt hat Bremen im Jahr 2024 bereits 4.101 Menschen aufgenommen, darunter 1.904 Asylsuchende und 1.811 Geflüchtete aus der Ukraine. Um die bestehenden Unterkünfte weiterhin zu unterstützen, wurden Mietverträge für sieben Standorte verlängert. Container mit 90 Plätzen an der Erstaufnahmestelle in Vegesack sollen bis Ende 2027 angemietet werden. Die Gesamtkosten für die Anmietung der Unterkünfte ab 2025 betragen etwa 37 Millionen Euro, während die erwarteten Einnahmen von fast 10 Millionen Euro durch Geflüchtete mit eigenem Einkommen oder Bürgergeld einen positiven Ausblick geben.