Im malerischen Landkreis Ammerland wird derzeit ein ganz besonderes Mobilitätsprojekt des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen (VBN) vorgestellt. Mit dem InfoMobil sind die Experten des VBN unterwegs, um die Bevölkerung vor Ort über die vielfältigen Angebote im Bus- und Bahnverkehr zu informieren. Die Stationen sind Edewecht und Rastede, wo die Mobilitätsexpertin über Tickets und Verbindungen aufklärt. Das Ganze ist nicht nur informativ, sondern auch praktisch: Vor Ort können Tickets in verschiedenen Varianten – sei es Einzel-, Gruppen- oder TagesTickets – bis zu einem Wert von 50 Euro und bargeldlos per EC-Karte gekauft werden. Abonnements sind jedoch vom Verkauf ausgeschlossen, aber es gibt die Möglichkeit, sich über passende Abo-Modelle und das Deutschland-Ticket beraten zu lassen. Dies könnte für viele, besonders für die älteren Mitbürger, relevant sein.
Die Termine im Detail sind ebenfalls interessant: In Edewecht wird das InfoMobil am Donnerstag, den 21. Mai, von 9 bis 13 Uhr auf dem Parkplatz des Combi-Marktes (Hauptstraße 36) stehen. Einen Tag später, am Freitag, den 22. Mai, geht es dann zum Wochenmarkt in Rastede (Marktplatz/Kleibroker Straße), wo die Mobilitätsexpertin von 8 bis 12:30 Uhr anzutreffen ist. Das InfoMobil wird vom VBN betrieben und vom Zweckverband Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (ZVBN) gefördert. Wer sich vorher informieren möchte, findet weitere Details auf der Webseite www.vbn.de.
Das Deutschlandticket und seine Vorteile
Ein sehr spannendes Thema, das in diesem Zusammenhang angesprochen wird, ist das Deutschlandticket. Ab Januar 2025 wird dieses Ticket für Inhaber eines Seniorinnen-Passes der Landeshauptstadt Kiel zu einem ermäßigten Preis von 29,00 Euro pro Monat erhältlich sein. Die Differenz zum regulären Preis wird von der Stadt Kiel in voller Höhe ausgeglichen. Das Angebot richtet sich ausschließlich an berechtigte Einwohner von Kiel, was bedeutet, dass ein Antrag auf den Seniorinnen-Pass erforderlich ist, und einige Voraussetzungen erfüllt sein müssen – wie zum Beispiel das Mindestalter von 65 Jahren (oder 63 Jahren bei Schwerbehinderung) und ein nachweisbares Einkommen.
Das Deutschlandticket selbst ist ein echter Hit, denn es gilt für alle Regionalzüge, S-Bahnen, U-Bahnen, Straßenbahnen und Busse, jedoch nicht für ICE, IC oder private Fernbusse. Senioren können also günstig und flexibel reisen. Es wird als digitales, monatlich kündbares Abonnement angeboten. Für Rentner in anderen Bundesländern sind die Dinge jedoch etwas komplizierter. Während in Mecklenburg-Vorpommern ein spezielles Seniorenticket ab 2025 für 38 Euro erhältlich ist, wo das Land 20 Euro als Zuschuss übernimmt, gibt es in den meisten anderen Bundesländern keinen gesonderten Seniorentarif – da bleibt der Preis bei 58 Euro. Gerade für ältere Menschen kann das eine Herausforderung sein, denn viele Senioren haben möglicherweise nicht die finanziellen Mittel, um regelmäßig mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren.
Mobilität im Alter
Die Bedeutung von Mobilität im Alter ist nicht zu unterschätzen. Sie ist entscheidend für den Alltag, Arztbesuche und vor allem für soziale Kontakte! Die Möglichkeit, auch mal spontan zu einem Treffen oder einem Ausflug aufzubrechen, kann die Lebensqualität erheblich steigern. Kritiker weisen jedoch darauf hin, dass der Zugang zu diesen vergünstigten Angeboten für viele Rentner durch digitale Zugangswege und Online-Bestellprozesse erschwert wird. Das ist ein echtes Dilemma – während die Angebote auf den ersten Blick verlockend erscheinen, können die Hürden bei der Beantragung oder dem Ticketkauf für einige Senioren unüberwindbar scheinen.
Der Verein für soziales Leben e. V. setzt sich für eine Verbesserung dieser Situation ein. Die Forderung nach einem bundesweit einheitlichen, vergünstigten Deutschland-Seniorenticket bleibt aktuell. Schließlich wollen wir doch alle, dass unsere älteren Mitbürger die gleiche Teilhabe an der Gesellschaft erfahren wie jeder andere. Ammerland hat mit dem InfoMobil eine tolle Initiative ins Leben gerufen, um über Mobilitätsangebote zu informieren, aber der Weg zu einem gleichwertigen Zugang für Senioren bleibt noch ein Stück des Weges.
