Im Landkreis Cuxhaven hat es in letzter Zeit einige spannende, wenn nicht sogar beunruhigende, Wolfssichtungen gegeben. Besonders im Ortskern von Altenwalde haben Anwohner berichtet, einen Wolf gesehen zu haben. Doch wie viele dieser majestätischen Tiere sich tatsächlich rund um Bremen und Bremerhaven aufhalten, bleibt unklar. Der Wolfsberater Michael Ohlhoff hat dazu aufgerufen, jede Sichtung zu melden. Das ist auch wichtig, denn die jungen Wölfe sind gerade auf Wanderschaft und können dabei in Siedlungen geraten, was oft zu unerwarteten Nahbegegnungen führt.
Diese Jungwölfe sind oft gestresst und unerfahren, was die Situation nicht gerade einfacher macht. Ein Video, das kürzlich auftauchte, zeigt einen Wolf, der entspannt neben einem Auto läuft. Doch das ist ein Trugschluss – in Wirklichkeit sind diese Tiere alles andere als entspannt. Sie haben keine Angst vor Autos oder Häusern, sondern vor Menschen. Kommen sie in Siedlungen, sind sie meist durch die Umgebung gestresst und haben nur ein Ziel: schnell wieder hinaus. Es gibt einige Verhaltensweisen, die man befolgen sollte, wenn man einem Wolf begegnet. Sich groß machen, laut werden oder eventuell kleine Gegenstände werfen – das sind alles Optionen, um den Wolf zu vertreiben. In der Regel fliehen Wölfe vor Menschen, weil sie diese als unangenehm empfinden. Diese Informationen stammen aus einem Interview von Jens-Uwe Krause, das auf butenunbinnen.de festgehalten wurde.
Wölfe im Nordschwarzwald
<pNicht nur in Cuxhaven sind Wölfe ein Thema. Auch im Nordschwarzwald gibt es zahlreiche Sichtungen. Biologen vermuten, dass es sich dabei um denselben Wolf handelt, wahrscheinlich den Wolf "GW2672m". Dieser wurde vom Umweltministerium des Landkreises Rastatt sogar zum Abschuss freigegeben, weil er Menschen zu nahe kam. Bislang hat GW2672m jedoch noch nie einen Menschen angegriffen. Interessanterweise stammt dieser Wolf ursprünglich aus Österreich und wurde 2022 erstmals in Baden-Württemberg nachgewiesen. Sein Territorium erstreckt sich über den Nationalpark Schwarzwald, wo er seit 2023 rund um die Hornisgrinde lebt.
Die erhöhte Sichtbarkeit von GW2672m könnte mit der Ranzzeit und der wachsenden Zahl von Menschen im Wald zusammenhängen. Experten empfehlen, den Wolf nicht anzufüttern und ihm zu signalisieren, dass Nähe zum Menschen unerwünscht ist. Man kann ihn durchaus durch lautes Anschreien vertreiben. Die Sichtungen sollten dem Wildtierinstitut der FVA gemeldet werden. Viele Menschen, die dem Wolf begegnet sind, empfinden diese Erfahrungen als faszinierend und bereichernd für die Artenvielfalt im Nordschwarzwald, was zeigt, dass das Verhältnis zwischen Mensch und Tier durchaus ambivalent ist. Informationen dazu können auf swr.de nachgelesen werden.
Insgesamt zeigt sich, dass die Rückkehr der Wölfe in Deutschland nicht nur Angst, sondern auch Faszination auslöst. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickeln wird, sowohl in Cuxhaven als auch im Nordschwarzwald. Die Diskussion um den Wolf ist damit noch lange nicht beendet.
