Demokratie am Limit? Lesung und Diskussion mit Marc Raschke in Delmenhorst
Heute ist der 15.06.2026 und in Delmenhorst brodelt es. Am Freitag, den 19. Juni, findet ein spannendes Event in der Markthalle statt. Der Journalist und Politik-Influencer Marc Raschke wird aus seinem neuesten Buch „Demokratie am Limit?“ lesen. Wir dürfen uns auf einen Abend freuen, der nicht nur zum Zuhören, sondern auch zum Mitdiskutieren einlädt. Raschke wird um 18 Uhr beginnen und die Tickets kosten 14,50 Euro – erhältlich bei Eventim. Wer sich für die Zukunft unserer Demokratie interessiert, sollte sich das nicht entgehen lassen!
In einem Interview hat Raschke einige interessante Ansichten geteilt. Im Gegensatz zu vielen Stimmen, die eine Krise der Demokratie betonen, sieht er das Gegenteil: Er glaubt, dass die Demokratie nicht in einer Krise steckt, sondern gerade erwacht. Pluralismus ist für ihn ein gesundes Zeichen. Und was die AfD betrifft, so hat er klare Vorstellungen. Er spricht sich für ein Verbot der Partei aus und hebt hervor, wie wichtig Solidarität gegen rechte Angriffe ist. „Die AfD ist eine logische Entwicklung eines unrunden Parteiensystems“, sagt er. Interessanterweise sieht er die politische Landschaft derzeit als stabil an, auch wenn es Herausforderungen gibt, und führt die Ampel-Regierung als Grund an, warum die AfD nicht so stark ist.
Herausforderungen der Medien
Raschke kritisiert auch die Rolle der Medien und sozialen Medien in der heutigen politischen Landschaft. Er warnt vor Manipulation durch Bots und Algorithmen, die oft rechte Parteien begünstigen. Dabei ist er besonders skeptisch, dass andere Parteien im Bereich der sozialen Medien aufholen können. Die AfD hat ihren Einfluss 2013 in den sozialen Medien gewonnen, und das hat die politische Kommunikation nachhaltig verändert. Raschke meint, dass die Medien ihre Aufgabe als Meinungsbildner ernst nehmen müssen, um die Vielfalt und den Pluralismus in unserer Gesellschaft zu fördern.
Das ist natürlich ein heikles Thema. Denn während Pluralismus ein fundamentales Prinzip der Demokratie ist – es geht darum, dass viele verschiedene Perspektiven Gehör finden – gibt es auch die Gefahr, dass bestimmte Gruppen überproportionalen Einfluss erhalten. Der Meinungsbildungsprozess kann schnell ins Wanken geraten, wenn nur einige Stimmen laut sind. Daher ist es umso wichtiger, dass die Medien ihre Verantwortung wahrnehmen und sozialen sowie kulturellen Vielfalt Raum geben.
Ein Aufruf zur Solidarität
Ein weiterer Punkt, den Raschke anspricht, ist die Notwendigkeit, rechtsextremes Gedankengut wieder mit Scham zu belegen. „Wir müssen uns organisieren und solidarisch bleiben“, fordert er. Es ist ein Appell, der an die Menschen gerichtet ist: Die Demokratie verteidigt man, indem man den Mächtigen aktiv entgegentritt. Er vergleicht die aktuelle Situation sogar mit der Wendezeit in der DDR und fordert neue Montagsdemos. Es ist eine bewegende Vorstellung – Menschen, die sich zusammenschließen, um für ihre Werte zu kämpfen.
Raschke äußert auch Besorgnis über die bevorstehenden Wahlen im Herbst und die mögliche Machtübernahme der AfD. „Ich glaube nicht, dass die AfD entzaubert wird, wenn sie an die Macht kommt“, warnt er. Ein Verbotsverfahren gegen die AfD wäre, so sieht er es, ein sinnvoller Schritt. Am Ende bleibt die Frage, wie wir als Gesellschaft mit diesen Herausforderungen umgehen. Die Lesung von Marc Raschke könnte ein erster Schritt in die richtige Richtung sein, um sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen und aktiv zu werden.
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