Göttingen erlangt Kontrolle über marode Problemimmobilie am Hagenweg
Heute ist der 2.07.2026 und wir schauen nach Göttingen, wo sich einiges bewegt hat. Am Hagenweg 20 hat die Stadtverwaltung nun die vollständige Kontrolle über eine Problemimmobilie erlangt, die seit Jahrzehnten in der Kritik steht. Ursprünglich in den 1970er Jahren erbaut, hat das Apartmenthaus nie eine Sanierung gesehen und leidet unter gravierenden Missständen. Berichte über Ungeziefer, Müll und sogar Kriminalität sind keine Seltenheit. Die Situation wurde bereits 2005 durch eine Fernsehdokumentation bundesweit bekannt, doch die Probleme schienen endlos zu sein.
Die Stadt Göttingen hat 2023 mit dem Aufkauf der Wohnungen begonnen, um endlich einen Schlussstrich unter das Elend zu ziehen. Im November 2023 beschloss der Stadtrat, das gesamte Gebäude zu erwerben, um es abzureißen oder zu sanieren. Die rund 200 Bewohner, die damals dort lebten, sollen in bessere Quartiere umgesiedelt werden. Aktuell sind noch etwa zehn Personen im Gebäude, für die eine Lösung gefunden werden muss. Der letzte Stellplatz in Privatbesitz wurde am 25. Juni 2024 erworben, was den vollständigen Besitz der Stadt sicherte.
Ein langer Weg zur Verbesserung
Die Ankäufe der Wohnungen wurden sukzessive durchgeführt, um die Missstände anzugehen. Oberbürgermeisterin Petra Broistedt (SPD) beschreibt diesen Prozess als herausfordernd, und die genauen Kosten der Ankäufe wurden bisher nicht veröffentlicht. Man kann nur erahnen, wie komplex die Klärung der Eigentumsverhältnisse und Grundbucheinträge war – teilweise sogar im Ausland. Der ursprüngliche Kaufpreis für 119 Wohnungen lag bei 2,6 Millionen Euro, wurde später aber auf 2,26 Millionen Euro gesenkt. Doch die Stadt ist nicht nur mit dem Hagenweg beschäftigt, sie ist auch Mehrheitseigentümerin eines weiteren maroden Wohnblocks in der Groner Landstraße.
Mit 165 Wohnungen und 63 Stellplätzen bietet das Gebäude viele Möglichkeiten – und Herausforderungen. Die Stadt plant, die Immobilie an die Städtische Wohnungsbau-Gesellschaft zu übertragen. Ob eine Sanierung oder ein Neubau von bezahlbarem Wohnraum in Betracht gezogen wird, steht noch zur Debatte. Bürgermeisterin Broistedt hat jedoch klar gemacht, dass das Vorgehen in Hagenweg nicht als Modell für andere Problemimmobilien in Göttingen dienen kann, weil dort einfach mehr Wohneinheiten und Eigentümer vorhanden sind.
Die Bürger der Stadt hoffen nun auf eine positive Wende. Nach Jahren des Verfalls und der Vernachlässigung könnte sich hier endlich etwas zum Besseren wenden. In der Zwischenzeit bleibt abzuwarten, was mit der Immobilie am Hagenweg geschehen wird.
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