Schließung des Wäsche- und Dessoushauses „Holzberg“ in Goslar: Ein Verlust für die Innenstadt
In Goslar, einer Stadt mit viel Geschichte und Tradition, steht das Wäsche- und Dessoushaus „Holzberg“ vor dem endgültigen Aus. Am 24. September 2026 wird die Inhaberin Cornelia Greb, die das Geschäft seit 2010 leitet und insgesamt über 40 Jahre im Einzelhandel tätig ist, in den Ruhestand gehen. Ihre Entscheidung, das Geschäft zu schließen, kommt nicht von ungefähr. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind alles andere als rosig. Die digitale Konkurrenz und die Schwierigkeiten, eine Nachfolge zu finden, machen es inhabergeführten Geschäften wie „Holzberg“ schwer. Die Schließung ist ein Verlust für die Angebotsvielfalt und die Identität der Goslarer Innenstadt.
„Holzberg“ wurde 1964 von einem Ehepaar Holzberg in der Fischemäkerstraße gegründet und entwickelte sich schnell zu einer beliebten Anlaufstelle für hochwertige Wäsche. 1980 übernahmen Klaus und Gisela Appelt das Geschäft, das 1987 an den heutigen Standort in der Hokenstraße umzog. Cornelia Greb begann 1980 als Auszubildende in dem Geschäft und hat sich in ihrer Zeit dort nicht nur um die Kunden gekümmert, sondern auch in der Kaufmannsgilde engagiert und lokale Vereine unterstützt. Jetzt möchte sie mehr Zeit für ihre Enkel und ihren Garten haben, was auch durchaus verständlich ist!
Räumungsverkauf und Abschied
Der Räumungsverkauf hat bereits begonnen und gewährt den treuen Kunden die letzte Gelegenheit, ihre Lieblingsstücke zu ergattern. Bis zum 24. September können sie sich noch über einen Rabatt von 30 Prozent auf das gesamte Sortiment (außer Bestellware) freuen. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag zwischen 10 und 18 Uhr sowie am Samstag von 10 bis 16 Uhr. Die Schließung von „Holzberg“ steht symbolisch für die Herausforderungen, mit denen der stationäre Einzelhandel derzeit konfrontiert ist: sinkende Besucherzahlen und ein wachsender Online-Handel setzen dem Geschäft zu.
Die Schließung wird auch als Verlust für die gesellschaftliche Vielfalt in der Innenstadt angesehen. „Holzberg“ war nicht nur ein Geschäft, sondern ein Teil des sozialen Lebens in Goslar. Die Frage, was künftig mit den Räumlichkeiten in der Hokenstraße passiert, bleibt offen. Es könnte eine neue Herausforderung für die Stadt werden, die Identität ihrer Einkaufsmeile zu bewahren.
Herausforderungen im Einzelhandel
Der Einzelhandel ist ein zentraler Wirtschaftsfaktor und spielt eine wichtige Rolle für das Leben in den Innenstädten. Doch er steht unter Druck durch Digitalisierung und hohe Energiepreise. Die Pandemie hat den Online-Handel weiter gestärkt, und internationale Plattformen wie Temu und Shein setzen kleinen Händlern zu. Der Druck ist groß, besonders für inhabergeführte Geschäfte, die oft nicht die Ressourcen für digitale Technologien haben. Politische Maßnahmen zur Unterstützung des Einzelhandels sind dringend notwendig, um die Wettbewerbsbedingungen zu verbessern und die Aufenthaltsqualität in den Innenstädten zu erhöhen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation für Einzelhändler entwickeln wird. Die Schließung von „Holzberg“ ist ein weiteres Kapitel in der Geschichte des Handels und ein Zeichen für die Herausforderungen, die viele Geschäfte derzeit meistern müssen. Goslar wird sich verändern, und die Menschen werden sich nach neuen Möglichkeiten umsehen müssen, um die Vielfalt und den Charme ihrer Innenstadt zu bewahren.
Für weitere Informationen über die Schließung des Wäsche- und Dessoushauses „Holzberg“ können Sie die detaillierten Berichte auf News38 und Harzer Roller nachlesen.
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