Am Hildesheimer Literaturinstitut fand kürzlich eine dreitägige Literaturtagung unter dem Namen „LitGlow“ statt. Diese Veranstaltung, die in der historischen „Steinscheune“ auf der Domäne Marienburg stattfand – einem Bauwerk aus dem 14. Jahrhundert – zog zahlreiche Schriftstellerinnen und Schriftsteller sowie Literaturinteressierte an. Das Hildesheimer Literaturinstitut, das seit 1999 literarisches Schreiben lehrt, hat sich zu einer Kaderschmiede für den deutschsprachigen Literaturbetrieb entwickelt und spielt eine zentrale Rolle in der Förderung neuer literarischer Stimmen.

Die Leiterin des Instituts, Annette Pehnt, eröffnete die Tagung und betonte die Notwendigkeit, nach neuen Formen und Stimmen innerhalb der Literatur zu suchen. In verschiedenen Workshops, darunter Themen wie „Zweifel & Halluzination“ und „Pleasure Politics“, hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, den Einfluss von Sprachmodellen sowie identitätspolitische Fragen zu erkunden. Besonders hervorzuheben ist der Vortrag von Autor Phillipp Weiss, der über das „Anthropozän“ in der Literatur sprach und die Herausforderungen diskutierte, die sich aus der Betrachtung des Menschen als geologischen Faktor ergeben.

Kreative Herausforderungen und der Hildesheim-Sound

Eine Studentin brachte während der Tagung ihre Bedenken zum Ausdruck, dass das Schreiben in einer von Krisen geprägten Gegenwart zunehmend schwierig werde. Der Begriff „Hildesheim-Sound“ wurde ebenfalls thematisiert, wobei Kritiker eine konformistische Literatur aus einem homogenen Milieu befürchten. Florian Kessler, ein Absolvent des Instituts, hatte die „brave und konformistische Gegenwartsliteratur“ bereits zuvor kritisiert und auf die Notwendigkeit hingewiesen, Vielfalt zu fördern.

Die anschließenden „LitTalks“ bekräftigten, dass das Institut mittlerweile eine größere Bandbreite an literarischen Strömungen bietet und individuelle Formen des Schreibens unterstützt werden. Die Diskussionen während der Tagung zeigten, dass der „glow“ der Veranstaltung zwar kontrolliert, jedoch spürbar präsent war.

Studienmöglichkeiten am Literaturinstitut

Für all jene, die sich für einen Studienplatz im Masterstudiengang „Literarisches Schreiben und Lektorieren“ am Hildesheimer Literaturinstitut interessieren, gibt es einige wichtige Informationen: Der Bewerbungszeitraum für das Wintersemester 2025/2026 läuft vom 15. März bis zum 02. Mai 2026. Bewerber:innen ohne einen B.A. in einem künstlerisch-wissenschaftlichen Fach müssen eine Eignungsfeststellungsprüfung ablegen.

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Dieser Prüfungsprozess besteht aus zwei Teilen: Zunächst werden selbstverfasste literarische Textproben von der MA-Auswahlkommission begutachtet, gefolgt von einem 25-minütigen poetologischen Gespräch über diese Proben. Teil I erfordert die Einreichung von 10-15 Seiten aus dem eigenen literarischen Schreibprojekt sowie ein einseitiges Exposé in einem PDF-Dokument, das bis zum 02. Mai 2026 eingereicht werden muss. Bei positiver Begutachtung erfolgt die Einladung zu Teil II bis Ende Mai.

Chancen und Herausforderungen im Literaturstudium

Die Eignungsfeststellungsprüfung muss in beiden Teilen positiv bewertet werden, um einen Studienplatz zu erhalten. Bei einem negativen Ergebnis in Teil I erfolgt keine Einladung zu Teil II. Interessierte können sich auch an die zentrale Studienberatung oder die Fachstudienberaterin wenden, um spezifische Fragen zur Eignungsprüfung zu klären.

Zusätzlich sollten Bewerber:innen beachten, dass Anmeldungen außerhalb des festgelegten Zeitraums nicht möglich sind und eine direkte Bewerbung auf ein höheres Fachsemester nicht zulässig ist. Diese Regelungen und die Notwendigkeit einer positiven Eignungsprüfung sollen sicherstellen, dass die hohe Qualität des Literaturstudiums am Hildesheimer Literaturinstitut gewahrt bleibt.

Für weitere Informationen zu den Eignungsprüfungen und häufig gestellten Fragen lohnt sich ein Blick auf die Webseite des Instituts oder der Kontakt zu den zuständigen Ansprechpartnern.