Fachtag zur Slow Pedagogy im Kita-Alltag in Holzminden
Heute ist der 19.06.2026, und in Holzminden wurde ein spannender Fachtag zur Slow Pedagogy im Kita-Alltag veranstaltet. Unter dem Motto „Wir nehmen uns Zeit“ haben sich rund 75 pädagogische Fachkräfte aus der Region in der Aula des Campe-Gymnasiums versammelt. Organisiert wurde die Veranstaltung von den Kita-Fachberatungen des Landkreises Holzminden, der KVHS Holzminden und nifbe. Die Begrüßung übernahmen die KVHS-Leiterin Corinna Schmidt und die Dezernentin Stefanie Ahlborn, die beide die Bedeutung einer Pädagogik hervorhoben, die Kinder in ihrem eigenen Tempo begleitet.
Der Tag war gefüllt mit inspirierenden Impulsvorträgen und Workshops. Zwei Hauptvorträge, einer über die „Langsame Pädagogik im Kita-Alltag in Norwegen“ und der andere über die Ursachen von Zeitdruck im Alltag, sorgten für tiefgehende Einblicke. Besonders interessant war der norwegische Ansatz, der Ruhe, Spiel und gemeinsames Lernen in den Vordergrund stellt. Nach diesen Vorträgen konnten die Teilnehmenden in Workshops verschiedene Themen erkunden – von beziehungsorientierter Eingewöhnung bis hin zu tiergestützten Interventionen. Ein bemerkenswerter Punkt war die Erkenntnis, dass Langsamkeit in der pädagogischen Arbeit mehr bedeutet als nur ein reduziertes Tempo; sie schafft Raum für echte Beobachtung und Interesse an den Kindern. Die Teilnehmenden kehrten mit neuen Anregungen für ihre Praxis zurück und dem Gedanken, dass gute Bildung Zeit braucht.
Die Herausforderungen im Kita-Alltag
Doch die Slow Pedagogy ist nicht nur ein Thema für Workshops und Fachtage. Im Podcast der kindheitspädagogischen Sprachwerkstatt (KEA) der HAWK Hildesheim, in dem Julia Krankenhagen und Dr. Ann-Katrin Bockmann zu hören sind, wird der Druck, der auf Kindern, Eltern und Fachkräften lastet, thematisiert. Hier wird deutlich, dass die Herausforderungen in der frühen Bildung vielfältig sind. Prof. Alison Clark aus Norwegen spricht über den Druck, in kurzer Zeit viel Lernen zu vermitteln, oft mit nur begrenzten Ressourcen. Die Diskussion im Podcast beleuchtet die Möglichkeiten, wie langsame Pädagogik dazu beitragen kann, vertieftes Lernen und ein höheres Wohlbefinden für alle Beteiligten zu fördern.
Dennoch gibt es auch Herausforderungen, die nicht ignoriert werden dürfen. Der Fachkräftemangel und die steigenden Anforderungen im Kita-Alltag werfen Fragen auf: Beeinträchtigt Langsamkeit die Qualität der frühkindlichen Bildung? Diese Frage bleibt in der Luft hängen, während die Fachkräfte versuchen, den Spagat zwischen den Anforderungen des Alltags und den Bedürfnissen der Kinder zu meistern. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Diskussion um die Slow Pedagogy weiterentwickelt und welche konkreten Veränderungen in den Einrichtungen folgen werden.
Die Veranstaltung in Holzminden war ein wichtiger Schritt, um die Bedeutung der Slow Pedagogy im Kita-Alltag zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass die Anregungen und Erkenntnisse von diesem Tag nicht nur in den Köpfen der Teilnehmenden haften bleiben, sondern auch in der Praxis umgesetzt werden. Mehr Informationen zu diesem spannenden Thema finden sich auf der Website des Landkreises Holzminden.
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