Der Landkreis Holzminden hat eine spannende Initiative ins Leben gerufen, um Medizinstudierenden unter die Arme zu greifen. Mit einem neuen Förderprogramm werden Zuschüsse für Übernachtungskosten während des Blockpraktikums in der Allgemeinmedizin angeboten. Ziel ist es, den Studierenden die Möglichkeit zu geben, die ländliche Region kennenzulernen und vielleicht sogar als zukünftige Arbeitsstätte in Betracht zu ziehen. So können sie sich während ihres 14-tägigen Praktikums auf das Wesentliche konzentrieren, ohne sich um die Unterkunftskosten zu sorgen.

Die ländliche Struktur und die oft unzureichende Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr machen es jedoch nicht leicht, zu vielen Praxen zu gelangen. Hier möchte der Landkreis Abhilfe schaffen. Das Förderprogramm soll langfristig eine bedarfsgerechte, qualitativ hochwertige und wohnortnahe hausärztliche Versorgung sicherstellen. Ein flexibles und stressfreies Absolvieren des Praktikums ist dabei der Schlüssel. Wer mehr Informationen zur Förderung sucht, findet alles Nötige auf der Website des Landkreises. Bei Fragen kann man sich auch direkt an das Gesundheitsamt wenden – einfach anrufen oder eine E-Mail schreiben.

Ein Blick nach Hessen

Interessanterweise gibt es ähnliche Ansätze in Hessen. Hier können sich Medizinstudierende für das Wintersemester 2024/2025 auf Medizinstudienplätze bewerben. Die Landesregierung hat 2022 ein Programm ins Leben gerufen, um den öffentlichen Gesundheitsdienst und die hausärztliche Versorgung zu stärken. Ein wichtiger Punkt: Wer sich bewirbt, verpflichtet sich, später im ÖGD oder als Hausarzt im ländlichen Raum zu arbeiten. Diese Plätze sind zwar quotiert, aber die Wahl erfolgt nicht nach Notendurchschnitt, sondern nach persönlicher und fachspezifischer Eignung. Das ist doch mal eine erfrischende Abwechslung, oder?

Der Bewerbungszeitraum läuft vom 1. bis 28. Februar 2024. Es sind sogar bis zu 7,8 Prozent der Medizinstudienplätze an den Universitäten in Frankfurt, Gießen und Marburg für diese Initiative reserviert. Davon sind 6,5 Prozent für hausärztliche Tätigkeiten im ländlichen Raum vorgesehen. Für die, die sich für den Gesundheitsdienst interessieren, sind 1,3 Prozent der Plätze reserviert. Ein weiterer spannender Aspekt ist, dass nach Abschluss der Weiterbildung die Ärzte zehn Jahre in einer unterversorgten Region oder im ÖGD tätig sein müssen. Damit soll sichergestellt werden, dass die medizinische Versorgung in ländlichen Gebieten nicht auf der Strecke bleibt.

Die Unterstützung während des Studiums erfolgt im Rahmen des „Hessischen Weges“, der ein begleitendes Schwerpunktcurriculum ab dem ersten Semester beinhaltet. Es ist wirklich beeindruckend, wie viele Studierende bereits von diesem Programm profitieren – 2022 begannen 58, im Jahr darauf kamen nochmal 77 hinzu. Wer also Interesse hat, sollte unbedingt die virtuelle Frage-und-Antwort-Runde am 29. Januar 2023 um 19 Uhr im Auge behalten.

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