Unternehmensnachfolge als Schlüssel zur wirtschaftlichen Zukunft im Landkreis Holzminden
Am vergangenen Wochenende fand eine interessante Veranstaltung im Landkreis Holzminden statt, die deutlich machte, wie wichtig das Thema Unternehmensnachfolge für die wirtschaftliche Zukunft der Region ist. Landrat Michael Schünemann eröffnete die Veranstaltung mit einem eindringlichen Appell. Viele Betriebe, so betonte er, stehen vor der Herausforderung, geeignete Nachfolgelösungen zu finden. Die Notwendigkeit gelungener Unternehmensübergaben ist nicht nur entscheidend für den Erhalt von Arbeitsplätzen, sondern auch für die Bewahrung von Know-how und die regionale Wertschöpfung.
Ein Impulsvortrag von Bernd Feddeck, dem Leiter der IHK-Geschäftsstelle Hildesheim, lieferte wertvolle Einblicke. Er stellte klar, dass Unternehmensnachfolge ein langfristiger Prozess ist, der frühzeitig angegangen werden sollte. Unternehmer sollten sich aktiv mit dem Thema auseinandersetzen und die zahlreichen Beratungsangebote nutzen, die zur Verfügung stehen. Sebastian Sulimma von der VR-Bank Südniedersachsen und Janis Müller von der Braunschweigischen Landessparkasse ergänzten diese Perspektiven mit Informationen zur Finanzierung von Unternehmensnachfolgen. Sie erklärten, worauf Banken bei der Finanzierung achten und welche Fördermöglichkeiten bestehen.
Vielfältige Wege der Unternehmensnachfolge
Der Unternehmer-Talk, der im Rahmen der Veranstaltung stattfand, war besonders aufschlussreich. Hier wurden verschiedene Wege der Unternehmensnachfolge vorgestellt. Sören Gerdes berichtete von seiner Übernahme der Holzprofi Gerdes GmbH nach dem Tod seines Vaters und wie er das Geschäft erfolgreich erweiterte. Nicoley Baublies, die von der Luftfahrtbranche in die Hotellerie wechselte, sprach über die Chancen externer Übernahmen. David Borak erzählte von dem Generationswechsel in seinem Familienunternehmen Borak Rohr- und Kanalreinigung und wie er traditionelle Werte mit modernen Ansätzen verbindet. Auch die Erfahrungen von Janine Pakusch und Katharina Kunkel, die nach einer gescheiterten Übernahme ihren eigenen Pflegedienst gründeten, waren inspirierend.
In der anschließenden Diskussion wurden diese Praxisberichte mit den Perspektiven der IHK und Banken ergänzt. Ein wichtiger Punkt, der immer wieder betont wurde, ist die Individualität jeder Unternehmensnachfolge. Die Referenten waren sich einig, dass eine frühzeitige Planung entscheidend ist, um die Herausforderungen, die auf die Unternehmer zukommen können, zu meistern. Nicole Christoph von der Wirtschaftsförderung des Landkreises Holzminden zeigte sich zufrieden mit der Resonanz der Veranstaltung. Nicolas Westermeier, der Leiter der Wirtschaftsförderung, kündigte zudem eine Workshopreihe zur Vertiefung des Themas Unternehmensnachfolge an.
Die Bedeutung der Unternehmensnachfolge im Mittelstand
Die Veranstaltung verdeutlichte einmal mehr die Vielfalt der Unternehmensnachfolge und wie wichtig es ist, sich frühzeitig mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Herausforderungen sind groß, und laut dem DIHK-Report wird die Unternehmensnachfolge 2025 zu einer der größten Strukturfragen im deutschen Mittelstand. Immer mehr Unternehmer möchten aus Alters- und Belastungsgründen abgeben, während der Mangel an geeigneten Nachfolgern die Situation zusätzlich verschärft.
Im Jahr 2024 führten die IHKs fast 10.000 Beratungen mit abgabewilligen Unternehmen durch, was einem Anstieg von 16 % entspricht. Gleichzeitig stehen rund 5.620 Betrieben keine Nachfolgeinteressenten gegenüber. 27 % der beratenen Unternehmen ziehen sogar eine Betriebsaufgabe in Betracht, weil sie keinen Nachfolger finden können. Ein Großteil der Alt-Inhaber, etwa 72 %, plant, aus Altersgründen aufzuhören, und viele bereiten die Übergabe zu spät vor.
Die Finanzierungsproblematik bleibt ebenfalls ein zentrales Thema. 40 % der Übernahmeinteressierten berichten von Schwierigkeiten, während Bürgschaften zunehmend als hilfreich erachtet werden. Die Herausforderungen sind branchenübergreifend. Besonders in der Gastronomie, im Handel und in der Industrie stehen viele Betriebe unter Druck, geeignete Nachfolger zu finden. Die IHKs arbeiten bereits an Programmen, um Frauen als potenzielle Nachfolgerinnen zu gewinnen, da nur 25 % der Interessierten weiblich sind – obwohl es eine höhere Gründungsquote gibt.
Insgesamt zeigt sich, dass die Unternehmensnachfolge eine zentrale Herausforderung darstellt, die alle Branchen betrifft. Die Veranstaltung in Holzminden war ein Schritt in die richtige Richtung, um das Bewusstsein für dieses wichtige Thema zu schärfen und Unternehmer zu ermutigen, sich rechtzeitig mit der Nachfolge auseinanderzusetzen. Die wirtschaftliche Zukunft der Region hängt letztlich von diesen Entscheidungen ab.
Für weitere Informationen und Details zu den angesprochenen Themen und zur Veranstaltung selbst, kann die vollständige Meldung auf der Webseite des Landkreises Holzminden nachgelesen werden.
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