Archäologen entdecken Hochmittelalterliche Funde auf Kita-Gelände in Uelzen
Heute ist der 13.07.2026, und es gibt spannende Nachrichten aus der Nachbarschaft: Archäologen haben auf einem Kita-Gelände im Uelzener Stadtteil Oldenstadt bemerkenswerte Funde aus dem Hochmittelalter entdeckt. Die Grabungen, die unter der Leitung von Stadtarchäologe Dr. Mathias Hensch stattfanden, haben allerlei Materialien ans Licht gebracht, darunter Lederreste, Holzfunde und Werkstattspuren. Diese Entdeckungen geben uns einen faszinierenden Einblick in die Welt der Schuhmacher des 12. Jahrhunderts.
Besonders interessant sind die Hinweise auf die Herstellung von feinem Schuhwerk. Aus Ziegenleder gefertigt, waren diese Schuhe im Hochmittelalter sehr begehrt und galten als Statussymbole der wohlhabenden Schichten. Die Holzpfosten eines Werkstattgebäudes, die auf den Winter 1132/1133 datiert wurden, belegen die frühe Etablierung dieses Handwerks in Alt-Uelzen. Ganz nebenbei zeigen Keramikfunde aus dem Rheinland und Belgien, dass die Siedlung bereits überregionale Handelskontakte hatte, was für die damalige Zeit ziemlich bemerkenswert ist.
Einblicke in die Grabungen
Die Ausgrabungen fanden am östlichen Rand der frühstädtischen Siedlung Alt-Uelzen statt, innerhalb ihrer Befestigung. Neben den Leder- und Holzfunden konnten auch Metallobjekte und Tierknochen geborgen werden. Die Vielfalt der Funde deutet darauf hin, dass es sich hier um einen lebendigen Handwerksstandort gehandelt hat. Schriftliche Quellen aus dem 12. und frühen 13. Jahrhundert belegen, dass Schuhmacher in Alt-Uelzen eine besondere Stellung hatten. Sie galten als „freie Bürger“ und überreichten dem Bischof von Verden jährlich am Palmsonntag zwei Paar Schuhe – eine Art von Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit.
Die Funde werden derzeit am Niedersächsischen Institut für historische Küstenforschung in Wilhelmshaven konserviert und untersucht. Es ist spannend zu sehen, wie die Archäologen die Puzzlestücke der Vergangenheit zusammensetzen und dabei die wirtschaftliche und politische Vernetzung Alt-Uelzens im Früh- und Hochmittelalter aufzeigen. Komischerweise gibt es an einem anderen Ort in Braunschweig auch Meldungen über archäologische Funde: Dort wurden menschliche Knochen und Gebisse entdeckt, als Gartenarbeiten durchgeführt wurden. Auch hier hat die Polizei das Erdreich um den Fundort an der B213 zwischen Cloppenburg und Ahlhorn ausgehoben, wo Archäologen mehrere Feuerstellen freigelegt haben.
Ein Blick auf die Archäologie des Mittelalters
Diese Entdeckungen in Uelzen und Braunschweig zeigen, wie wichtig die Archäologie für unser Verständnis der Vergangenheit ist. In Deutschland hat sich die archäologische Erforschung des Mittelalters erst später als in anderen Ländern etabliert, etwa in Großbritannien und Skandinavien. Dort war die schriftliche Überlieferung früher vorhanden, was die Notwendigkeit archäologischer Forschung weniger umstritten machte. Seit den 1970er Jahren wurden in Deutschland zahlreiche Survey-Projekte durchgeführt, die auch jüngere Monumente erbrachten und das Spektrum der Fragestellungen erweiterten. Es bleibt spannend, welche weiteren Geheimnisse die Erde noch birgt und was sie uns über das Leben vor vielen Jahrhunderten erzählen kann.
Die Ergebnisse aus Oldenstadt könnten uns in Zukunft noch viele wertvolle Erkenntnisse liefern – und das nicht nur über die Schuhmacher, sondern auch über die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen der damaligen Zeit. Man kann nur hoffen, dass die Arbeit der Archäologen weiterhin so fruchtbar bleibt und wir noch viele weitere spannende Geschichten aus der Vergangenheit erfahren dürfen!
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