Die kulturelle Landschaft in Niedersachsen erhält frischen Wind, denn das Land hat beschlossen, die finanzielle Unterstützung für kommunale Theater in den kommenden zwei Jahren um stolze 5,5 Millionen Euro zu erhöhen. Das Theater Lüneburg, ein wichtiger kultureller Anker in der Region, profitiert dabei ganz besonders und erhält zusätzlich rund 630.000 Euro. Diese Entscheidung kommt nicht von ungefähr, denn die kommunalen Theater haben jahrelang mehr Unterstützung gefordert. Im April 2023 fand sogar eine eindrucksvolle Demonstration vor dem Niedersächsischen Landtag statt, um auf die prekäre Situation aufmerksam zu machen.

Die zusätzlichen Mittel entsprechen den Forderungen der Verhandlungsgruppe der kommunalen Theater- und Orchesterstandorte und sollen den Theatern und Initiativen Planungssicherheit bis 2028 geben. Lüneburgs Oberbürgermeisterin Claudia Kalisch von den Grünen bezeichnete diese Entscheidung als ein wichtiges Signal, hat aber auch betont, dass eine dauerhafte Finanzierung dringend notwendig ist. Dennoch warnen die Theater in Niedersachsen vor einer massiven finanziellen Schieflage und fordern weitere Hilfe. Die letzten Jahre waren nicht einfach, denn die Tariflohnerhöhungen der Mitarbeitenden wurden nicht mehr vom Land mitfinanziert, was zu erheblichen finanziellen Problemen führte.

Langfristige Planungssicherheit

Die Verhandlungsgruppe hat erreicht, dass im Landeshaushalt für die Jahre 2027 und 2028 zusätzliche Mittel bereitgestellt werden. Für 2027 sind 2 Millionen Euro und für 2028 sogar 3,5 Millionen Euro vorgesehen. Diese Beträge decken die Forderungen der Verhandlungsgruppe ab und bieten den Theatern und Orchestern eine dringend benötigte Verlässlichkeit in der Planung. Besonders das Theater in Lüneburg, das von Landkreis und Hansestadt gemeinsam getragen wird, wird von diesen neuen finanziellen Spielräumen profitieren.

Ein besonders erfreuliches Detail: Die Mittel für die Jahre 2029 bis 2031 sind ebenfalls im Haushalt fortgeschrieben. Ein zweijähriger Vertrag mit dem Land kann nun geschlossen werden, was den Theatern eine gewisse Planungssicherheit gibt. Göttingens Oberbürgermeisterin Petra Broistedt, die die Verhandlungsgruppe geleitet hat, bezeichnete den Tag als „richtig gut“ für die kommunalen Theater und Orchester. Yvonne Hobro, die Erste Kreisrätin des Landkreises Lüneburg, lobte die Hartnäckigkeit von Broistedt, die sich jahrelang für diese wichtige Finanzierung eingesetzt hat.

Ein Blick auf die Herausforderungen

Dennoch bleibt die finanzielle Situation angespannt. Theater in Niedersachsen fordern eine vollständige Übernahme der Tarifsteigerungen durch die Landesregierung, die in den letzten sechs Jahren nicht mehr vollständig unterstützt wurden. Hinzu kommt, dass das Land von den Kommunen Tariftreue verlangt, was zu einer strukturellen Unterfinanzierung der Theater führt. Kulturminister Falko Mohrs hat zwar angekündigt, Abhilfe schaffen zu wollen und verweist auf eine Erhöhung der Zuwendungen für die sieben Kommunaltheater um 20 Prozent, doch das gleicht die Versäumnisse der letzten Jahre nicht aus. Die Frage bleibt, wie die finanziell angeschlagenen Theater in Niedersachsen auf lange Sicht überleben können.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die Situation ist auch eine Mahnung, dass die kulturelle Infrastruktur nicht nur in guten Zeiten gefördert werden sollte. Theater sind mehr als nur Veranstaltungsorte; sie sind lebendige Räume des Austausches, des Lernens und der Kreativität. Eine nachhaltige Finanzierung ist unerlässlich, damit sie auch in Zukunft bestehen können. Der Weg ist noch lang, aber die aktuellen Entwicklungen zeigen, dass es einen Willen gibt, die Kultur in Niedersachsen zu fördern und zu bewahren.

Neues Design, maximale Performance: Wie gefällt Ihnen unsere neue Website?

Ein modernes Nachrichtenportal muss für alle Menschen zugänglich sein. Deshalb haben wir unser Magazin mit VeloCore konsequent nach WCAG 2.1 und BITV 2.0 entwickelt - die barrierefreie Umsetzung verantwortete Daniel Wom und VeloCore.