Am 29. Mai 2026 war es endlich so weit: Der Campingplatz auf der Elbinsel Lühesand im Landkreis Stade eröffnete nach längerer Verzögerung wegen Aufräumarbeiten und Renovierungen offiziell seine Pforten. Die ursprünglich für Ostern geplante Eröffnung musste verschoben werden, doch jetzt steht alles bereit für die Campingsaison, die bis Ende Oktober 2026 dauern wird. Neuer Pächter ist Philipp Köhnken, der gemeinsam mit seiner Partnerin Nora große Pläne hat. Die beiden haben den Platz übernommen, der über 90 Jahre von der Familie Blohm betrieben wurde, und wollen frischen Wind hineinbringen.
Die Neugestaltung des Campingplatzes umfasst nicht nur eine umfassende Erneuerung von Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen, sondern auch die Verbesserung der Platzgestaltung mit Sand- und Rasenflächen. Besonders ins Auge sticht das zentrale Element: ein renoviertes Gasthaus mit einer einladenden Holzterrasse, Bar und sogar Olivenbäumen. Um das Gasthaus herum gibt es einen großen Spielplatz, der mit sechs großen Hüpfburgen, zwei Beachvolleyballfeldern, einer Kinderwasserrutsche und einem Strandfußballplatz ausgestattet ist. Eine Internetverbindung auf dem Platz sorgt zudem dafür, dass die Gäste auch in der Natur nicht auf digitale Annehmlichkeiten verzichten müssen.
Investitionen und Herausforderungen
Doch so einfach ist der Neustart nicht, denn Kritiker wie der Dauercamper Andre Hellwig äußern Bedenken. Sie befürchten, dass die Modernisierungen den ursprünglichen Charme des Platzes gefährden könnten. Immerhin zieht die Elbinsel Lühesand seit Jahrzehnten Camper an, die das einfache Leben lieben. Köhnken und seine Partnerin planen Investitionen in sechsstelliger Höhe, um marode bauliche Anlagen zu modernisieren und einen neuen Kundenkreis zu erschließen. Dazu gehört auch die Sanierung des Haupthauses und die Schaffung neuer Sanitäranlagen sowie Stellplätze mit Strom- und Wasseranschluss. Ein kleiner Shop mit Brötchenservice ist ebenfalls in Planung, und langfristig soll sogar ein schwimmendes Restaurant entstehen.
Die Preiserhöhung für Dauercamper ist ein weiterer Punkt, der zur Diskussion führt. Bisher lag die Pacht bei 750 Euro; ab 2025 sollen Bestandskunden 1.500 Euro und neue Saisoncamper sogar 2.500 Euro zahlen. Hellwig kritisiert diese Preiserhöhung als unangemessen, vor allem für Rentner, die oft auf ein begrenztes Budget angewiesen sind. Um etwas entgegenzukommen, bietet Köhnken an, die Pacht in monatlichen Raten zu zahlen, was für viele eine Erleichterung darstellen könnte.
Camping im Wandel
Die Entwicklungen auf Lühesand stehen nicht allein da. Die Campingsaison 2025 war in Europa von Anpassungen geprägt, nicht von Extremen. Camping bleibt eine beliebte Urlaubsform, und das Interesse der Gäste nimmt nicht ab. Allerdings zeigen sich auch Veränderungen: Gäste planen ihre Reisen bewusster und bevorzugen mehrere kürzere Aufenthalte statt eines langen Sommerurlaubs. Preissteigerungen sind zwar moderat, aber die laufenden höheren Energiekosten und die Notwendigkeit von Instandhaltungsinvestitionen machen auch vor Campingplätzen nicht Halt. Trotz dieser Herausforderungen sind die Betreiber gefordert, ihr Angebot zu optimieren und die Erwartungen der Gäste zu erfüllen.
Die neue Campingsaison auf Lühesand hat also begonnen, und die Zukunft des Platzes bleibt spannend. Die großen und kleinen Veränderungen könnten sowohl neue Gäste anziehen als auch die treuen Dauercamper vor Herausforderungen stellen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Pläne der Köhnkens umsetzen lassen und ob sie das Gleichgewicht zwischen Modernisierung und dem Erhalt des gewohnten Charmes finden können. Die Vorfreude auf einen erlebnisreichen Sommer auf der Elbinsel ist jedenfalls groß!
Für weitere Informationen über die Eröffnung und die neuen Pläne für den Campingplatz auf der Elbinsel Lühesand können Sie die ausführliche Berichterstattung auf NDR nachlesen.
