Heute ist der 4.06.2026 und in Lüneburg sorgt ein Gerichtsurteil für Aufregung. Eine Tierschützerin muss ein Bußgeld von 300 Euro zahlen, weil sie gegen ein kommunales Fütterungsverbot für Tauben verstoßen hat. Das Amtsgericht Lüneburg hat klar entschieden: Der Verstoß sei erwiesen. Die Richterin führte das bestehende Verbot an, das seit Jahrzehnten in Kraft ist. Es gibt kaum einen Ort, wo die Tauben so stark im Fokus stehen wie hier – und offenbar wird das auch nicht toleriert!

Der Verein „Stadttauben Lüneburg“ hatte von 2019 bis 2022 eine Ausnahmegenehmigung, die es ihm erlaubte, Tauben in Nistkästen zu füttern, um die Population zu kontrollieren. Doch die Stadt hält das Fütterungsverbot trotz dieser Genehmigung für notwendig. Die Tierschützerin, Inge Prestele, ist enttäuscht über das Urteil und betont, dass es ihr nie darum ging, die Tiere hungern zu lassen. Vielmehr sieht sie ihre Arbeit als Teil eines größeren Plans zur Lösung von Problemen, statt einfach nur Tauben zu füttern.

Der Kampf um die Tauben

Die Stadt Lüneburg verfolgt ein Konzept, das gegen die Empfehlungen des Landes Niedersachsen geht. Anscheinend orientiert man sich an einem Baseler Modell, das als nicht besonders erfolgreich gilt. Prestele und ihr Verein haben in diesem Jahr bereits 546 Taubeneier gegen Attrappen getauscht – ein Schritt, der Teil eines tierschutzgerechten Stadttaubenmanagements ist, das 2019 ins Leben gerufen wurde. Die Idee war, Taubenschläge aufzubauen und die Tauben durch gezielte Fütterung aus der Altstadt zu locken.

Doch die Stadt hat einseitig die Bedingungen geändert und die Situation verschärft. Nur ein Taubenschlag mit Platz für 200 Tiere wurde für 900 freilebende Haustauben bereitgestellt. Die Stadt ordnete an, dass nur für die Tauben im Taubenschlag Futter bereitgestellt werden darf – die übrigen 700 Tauben, die täglich versorgt wurden, sollten vom Zugang zum Futter ausgeschlossen werden. Logisch, dass dies die Bemühungen des Vereins, die Taubenpopulation zu kontrollieren, gefährdet.

Ein ungewisser Ausblick

Die Verwaltung glaubt, dass die Reduzierung durch Futterentzug der richtige Ansatz ist. Doch die Tierschützerin zeigt sich besorgt. Die Maßnahmen könnten nicht nur dem Tierschutz schaden, sondern auch die Wirksamkeit der Taubenschläge beeinträchtigen. Trotz aller Widerstände will der Verein weitermachen und setzt auf eine humane Lösung für das Taubenproblem in der Stadt. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Es ist ein Kampf um das Wohl der Tiere und eine leidenschaftliche Auseinandersetzung mit der Stadtverwaltung – und der ist noch lange nicht entschieden.

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Vielleicht wird dieses Urteil auch eine breitere Diskussion über den richtigen Umgang mit Stadttauben anstoßen. Denn eines ist sicher: Die Tauben sind Teil dieser Stadt und verdienen ein durchdachtes Management – ohne sie hungern zu lassen und gleichzeitig die Anliegen der Bürger ernst zu nehmen.

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