Heute ist der 10.05.2026 und wir blicken auf eine besorgniserregende Entwicklung in der Industrie Deutschlands, speziell in Lüneburg. H.B. Fuller, ein US-Klebstoffhersteller, plant einen massiven Stellenabbau und droht mit der Schließung seines Standorts in dieser Stadt. Rund 80 Mitarbeiter könnten ihre Arbeitsplätze verlieren. Das ist nicht nur für die Betroffenen eine schockierende Nachricht, sondern wirft auch Fragen zur Zukunft der wirtschaftlichen Stabilität in der Region auf. Marty Falk von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE) hat bereits betont, dass der Kampf um jeden Arbeitsplatz an oberster Stelle steht. Und das ist bitter nötig, denn Lüneburg ist bereits das dritte Unternehmen, das von Schließung betroffen ist.
In den letzten Monaten haben auch andere Unternehmen wie der Autozulieferer Yanfeng und der Gabelstapler-Hersteller Jungheinrich ihre Produktionsstätten geschlossen, was insgesamt 390 Arbeitsplätze betrifft. Jungheinrich wird bis Ende März 2027 die Produktion einstellen, während die Büro-Arbeitsplätze erhalten bleiben. Die Oberbürgermeisterin von Lüneburg, Claudia Kalisch, hebt die Notwendigkeit hervor, den Mittelstand zu stärken, um solche Entwicklungen zu verhindern. Ein neu gegründetes Bündnis in der Stadt fordert von der Kommunalpolitik eine klare Wirtschaftsstrategie.
Hintergründe und Herausforderungen
Die Probleme, mit denen H.B. Fuller konfrontiert ist, sind nicht isoliert. Der CEO Celeste Mastin, der seit 2022 im Amt ist, hat angekündigt, dass das Unternehmen bis 2030 seine weltweiten Standorte von 82 auf 55 reduzieren will. Dies geschieht nicht ohne Grund – das Unternehmen verzeichnete einen Nettoverlust im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2023/24 und plant umfangreiche Sparmaßnahmen aufgrund enttäuschender Geschäftsergebnisse. Besonders bitter: Die Reduzierung betrifft auch die Lager- und Logistikstandorte in Nordamerika, die innerhalb der nächsten zwei Jahre von 10 auf nur noch 10 abgebaut werden sollen. In Europa hat H.B. Fuller derzeit 10 Werke, und genau hier wird es für die Lüneburger Mitarbeiter besonders eng.
Die Energiekosten sind eine der größten Herausforderungen, mit denen die Unternehmen kämpfen müssen. Es ist ein Teufelskreis: Hohe Energiekosten gefährden die Wettbewerbsfähigkeit und führen dazu, dass Unternehmen in andere Länder abwandern, wo die Kosten niedriger sind. Laut dem Arbeitgeberverband Niedersachsenmetall wird ein deutlicher Stellenabbau in der niedersächsischen Industrie erwartet. Fast jedes zweite Industrieunternehmen plant, seine Investitionen zu kürzen – das ist alarmierend!
Umfragen und die Lage der Industrie
Eine Umfrage unter 500 niedersächsischen Unternehmen zeigt alarmierende Zahlen. Die Investitionsausgaben der Industrieunternehmen in Niedersachsen gehen seit 2020 zurück, mit Ausnahme eines Jahres. Nur noch jede dritte Investition fließt in die vorhandenen niedersächsischen Kapazitäten. Die Unternehmen sind frustriert über die hohe Unternehmensbesteuerung in Deutschland und fordern Steuererleichterungen, um wieder konkurrenzfähig zu werden. Die Lage der Automobilindustrie, die eine zentrale Rolle in Niedersachsen spielt, wird ebenfalls als kritisch angesehen. Es gibt eine klare Forderung nach Technologieoffenheit und einem Abschied vom strikten Fokus auf E-Mobilität.
Die Situation ist ernst. Die Menschen in Lüneburg und ganz Niedersachsen fragen sich, wie es weitergeht. Der Druck auf die Industrie wächst und die Notwendigkeit einer echten Wirtschaftswende wird immer deutlicher. Es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die Zeichen der Zeit erkennen und die richtigen Entscheidungen treffen, um den Standort Deutschland wieder attraktiv zu machen.
Für die betroffenen Mitarbeiter von H.B. Fuller und den anderen Unternehmen bleibt nur zu hoffen, dass es Lösungen gibt, die ihnen helfen, ihre berufliche Zukunft zu sichern. Die kommenden Wochen und Monate werden entscheidend sein.