In Wilhelmshaven ist die Bergung des Kriegsfischkutters „Hai IV“ in vollem Gange. Am Montag, den 04.05.2026, begannen die Arbeiten, um das gesunkene Schiff wieder an die Oberfläche zu holen. Der Kutter sank im November an der Wiesbadenbrücke, doch die genauen Umstände des Sinkens sind nach wie vor unklar. Die Stadt hat sich nun entschlossen, die Bergungsaktion zu starten, die voraussichtlich rund eine Woche in Anspruch nehmen wird. Die Kosten dafür belaufen sich auf bis zu 360.000 Euro. Und hier kommt der Knackpunkt: Diese Kosten sollen dem Besitzer, der in Bayern lebt, in Rechnung gestellt werden. Bisher reagierte dieser jedoch nicht auf die mehrfachen Aufforderungen zur Beseitigung des Schiffs. Sollte der Besitzer finanziell nicht in der Lage sein, die Rechnung zu begleichen, wird die Stadt die Kosten übernehmen müssen.
Ein Stück Geschichte unter Wasser
Der Kriegsfischkutter „Hai IV“ ist nicht einfach irgendein Schiff. Diese kleinen Hilfskriegsschiffe der deutschen Kriegsmarine wurden während des Zweiten Weltkriegs für verschiedene Einsätze gebaut—von U-Boot-Jagd bis zur Minenräumung. Die Bauzeit der Kriegsfischkutter begann 1942, und insgesamt wurden 1.072 Stück in Auftrag gegeben. Das macht diese Schiffe zur größten Schiffbauserie der deutschen Seefahrtgeschichte. Komischerweise wurden viele dieser Schiffe in neutralen Ländern wie Schweden unter dem Vorwand normaler Fischkutter gefertigt.
Die „Hai IV“ selbst ist Teil dieser faszinierenden Geschichte. Mit einer Länge von 24 Metern und einer Besatzung von 18 Mann war sie für verschiedene Aufgaben im Einsatz, darunter auch die Fischerei. Die Kriegsfischkutter hatten eine bemerkenswerte Maschinenanlage: Ein Dieselmotor mit 220 PS, der ihnen eine Höchstgeschwindigkeit von 9 Knoten ermöglichte. Interessant ist auch die Bewaffnung—eine 3,7-cm-Flak und zwei 2-cm-Flaks, die zum Schutz dienten. Nach dem Krieg wurden viele dieser Kutter umgebaut und fanden eine zivile Verwendung, aber das Schicksal der „Hai IV“ bleibt ungewiss.
Die Bergung und ihre Herausforderungen
Die Bergung selbst ist kein Zuckerschlecken. Die Stadt Wilhelmshaven hat mit der Aktion eine große Verantwortung übernommen, und es bleibt abzuwarten, ob der Besitzer sich doch noch meldet. Solche Bergungsaktionen sind oft nicht nur teuer, sondern auch mit vielen Herausforderungen verbunden. Man kann sich vorstellen, wie viele Behörden und Fachleute in solche Vorhaben involviert sind. Aber was passiert, wenn die Stadt die Kosten trägt? Das könnte für die Kommune eine finanzielle Belastung darstellen, die man nicht ignorieren kann.
Hier in Oldenburg verfolgen wir die Entwicklungen mit Spannung. Es ist nicht nur eine Frage des Geldes, sondern auch eine des kulturellen Erbes und der Geschichte. Jeder Kriegsfischkutter hat seine eigene Geschichte, und die „Hai IV“ ist da keine Ausnahme. Es bleibt also spannend, wie sich die Situation entwickeln wird und ob wir bald mehr über das Schicksal dieses historischen Schiffs erfahren werden. Wer weiß, vielleicht wird die „Hai IV“ schon bald wieder in neuem Glanz erstrahlen oder wird ein Teil der Geschichte bleiben, die in den Tiefen der Nordsee verborgen ist.
Für Interessierte, die mehr über die Geschichte der Kriegsfischkutter erfahren möchten, gibt es zahlreiche Quellen, die sich mit diesem faszinierenden Thema auseinandersetzen. Ein guter Startpunkt ist der Artikel auf NDR, der die Bergung detailliert beschreibt. Auch die Wikipedia-Seite zu den Kriegsfischkuttern bietet spannende Informationen und einen tiefen Einblick in die Geschichte dieser Schiffe. Und für die Bastler unter uns gibt es sogar Plastikbausätze, die die Detailtreue dieser Schiffe widerspiegeln. Wer hätte gedacht, dass ein gesunkenes Schiff so viele Geschichten erzählen kann?