Die Universitäten Oldenburg und Bremen sind in diesen Tagen im Fokus der akademischen Welt, denn sie bewerben sich um den Titel eines Exzellenz-Verbundes im Rahmen der Northwest Alliance. Am 28. und 29. April findet am Campus Bremen eine entscheidende Begehung durch eine internationale Expertenkommission statt, die aus 20 Fachleuten besteht. Diese Kommission wird die Inhalte des Exzellenzantrags „Connecting for Tomorrow“ vor Ort beurteilen und dabei persönliche Gespräche mit rund 200 Beteiligten führen, darunter Wissenschaftler, Studierende sowie Vertreter aus Politik und Kooperationseinrichtungen. Insgesamt sind etwa 100 Vertreter der Universität Oldenburg vor Ort, darunter Hochschulleitung, Lehrende und Verwaltungsmitarbeiter, was die hohe Bedeutung dieser Prüfung unterstreicht.
Die Entscheidung über die Förderung, die ab dem 1. Januar 2027 wirksam werden soll, wird am 2. Oktober bekanntgegeben. Bundesweit bewerben sich elf Standorte, darunter vier Verbünde, um den Titel Exzellenzuniversität oder Exzellenzverbund. Die Exzellenzstrategie von Bund und Ländern zielt darauf ab, Exzellenzcluster zu fördern und die institutionelle Unterstützung von Universitäten auszubauen. Ab dem 1. Januar 2026 werden die Universitäten Bremen und Oldenburg mit insgesamt vier Exzellenzclustern für einen Zeitraum von sieben Jahren gefördert: Hearing4all.connects, Marsperspektive, NaviSense und Ozeanboden. Diese Cluster sind Teil eines umfassenden Programms, das jährlich insgesamt 208 Millionen Euro zur Verfügung stellt, was eine Erhöhung um 60 Millionen Euro im Vergleich zur aktuellen Förderphase bedeutet.
Wichtige Meilensteine und Zusammenarbeit
Ein entscheidender Faktor für den Erfolg der Bewerbung um den Titel „Exzellenzuniversität“ ab 2027 sind die bewilligten Exzellenzcluster der Gründungsuniversitäten der Northwest Alliance. Prof. Dr. Jutta Günther, Rektorin der Universität Bremen, hebt hervor, dass diese Cluster als „Eintrittsticket“ für die Bewerbung fungieren. Die enge Zusammenarbeit zwischen der Universität Bremen und der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg wird als tragfähig beschrieben. Prof. Dr. Ralph Bruder, Präsident der Universität Oldenburg, betont die Bedeutung dieser Kooperation, um national und international mehr Wirkung zu erzielen. Ein gemeinsamer Antrag in der Förderlinie Exzellenzuniversität ist für die beiden Institutionen in Planung.
Hintergrund der Exzellenzstrategie
Die Exzellenzstrategie, die 2016 von Bund und Ländern ins Leben gerufen wurde, zielt darauf ab, den deutschen Wissenschaftsstandort im internationalen Wettbewerb zu stärken und die Sichtbarkeit zu erhöhen. Sie baut auf der vorherigen Exzellenzinitiative (2007-2017) auf, die herausragende Forschungsleistungen und internationale Vernetzung förderte. Die Strategie bietet zwei Hauptförderlinien: die Exzellenzcluster, die projektbezogene Unterstützung für internationale wettbewerbsfähige Forschungsfelder an Universitäten bieten, und die Exzellenzuniversitäten, die eine dauerhafte Förderung anstreben. Die Auswahl dieser Förderungen erfolgt durch wissenschaftliche Auswahlverfahren, die durch die DFG und den Wissenschaftsrat durchgeführt werden.
Mit insgesamt 539 Millionen Euro jährlich für Exzellenzcluster und weiteren 687 Millionen Euro pro Jahr für die gesamte Exzellenzstrategie ab 2026 wird die Grundlage für eine starke Forschungslandschaft in Deutschland gelegt. Diese Entwicklungen werden nicht nur die Universitäten Bremen und Oldenburg betreffen, sondern auch die gesamte akademische Gemeinschaft in Deutschland nachhaltig beeinflussen.