Heute ist der 11.05.2026 und im Landkreis Rotenburg (Wümme) stehen spannende Entwicklungen an. Am 20. Mai um 11 Uhr findet eine Online-Veranstaltung mit dem Titel „Ältere motivieren und länger beschäftigen“ statt. In einer Zeit, in der der demografische Wandel immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist dies ein äußerst relevantes Thema. Die Veranstaltung wird von der Wirtschaftsförderung des Landkreises organisiert, und die Teilnahme ist kostenlos – allerdings ist eine Anmeldung über die Internetseite erforderlich. Es lohnt sich, denn es wird ein interessanter Vortrag von Miriam Schöpp vom KOFA – Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung angeboten.

Der demografische Wandel sowie der Fachkräftemangel machen es unerlässlich, die Potenziale erfahrener Mitarbeiter zu nutzen und sie langfristig an Unternehmen zu binden. Miriam Schöpp wird Vorschläge unterbreiten, wie die Gesunderhaltung älterer Mitarbeiter gefördert werden kann, flexible Arbeitszeitmodelle entwickelt werden und altersgerechte Personalentwicklung stattfinden kann. Letztlich ist das Ziel klar: Fachkräfte halten und das wertvolle Wissen im Betrieb sichern. Es ist erfrischend zu sehen, dass im Landkreis Rotenburg eine Online-Veranstaltungsreihe zur Fachkräftesicherung gestartet wurde, die 2024 mit drei Veranstaltungen begann und bis 2026 fortgesetzt wird. In 2025 sind bereits sechs Veranstaltungen geplant.

Fachkräftemangel und demografische Herausforderungen

Die Herausforderungen, vor denen Unternehmen stehen, sind sehr real. Eine Studie des ifo Instituts hat ergeben, dass 49,7% der Unternehmen in Deutschland im Jahr 2022 Beeinträchtigungen durch fehlende Fachkräfte gemeldet haben. Besonders betroffen sind dabei das verarbeitende Gewerbe, der Einzelhandel, der Dienstleistungssektor sowie das Baugewerbe und der Großhandel. Und das ist nicht einfach eine vorübergehende Situation – bis 2027 wird eine Transformation des Arbeitsmarktes prognostiziert, bedingt durch Digitalisierung, Energiewende und die Folgen des Klimawandels.

Die Altersstruktur der Erwerbspersonen verändert sich rasant. Waren 2001 nur 37,8% der 55- bis 65-Jährigen erwerbstätig, so liegt dieser Wert 2022 bereits bei 73,4%. Das ist ein deutlicher Anstieg, der zeigt, dass ältere Menschen immer aktiver am Arbeitsleben teilnehmen. Gleichzeitig bleibt die Erwerbstätigkeit älterer Frauen hinter der von Männern zurück – ein Aspekt, der nicht vergessen werden sollte. Es ist klar, dass die Unternehmen ihre Strategien anpassen müssen, um diese Veränderungen zu berücksichtigen.

Strategien zur Mitarbeiterbindung

Um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken, sind verschiedene Ansätze notwendig. Dazu gehören die Steigerung der Attraktivität der Berufsausbildung, internationale Rekrutierung und auch die Erschließung der sogenannten „stillen Reserve“. Die Investition in bestehende Belegschaften ist von zentraler Bedeutung – schließlich müssen Unternehmen ihre Mitarbeiter:innen binden und deren Erwerbskarrieren verlängern. Das Konzept der alter(n)sgerechten Arbeitswelten gewinnt zunehmend an Bedeutung, um die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass sie den Bedürfnissen aller Altersgruppen gerecht werden.

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Digitalisierung spielt ebenfalls eine große Rolle. Laut einer Erhebung boten 69% der Unternehmen im Jahr 2020 digitale Weiterbildungsangebote an. Ältere Beschäftigte lernen nicht schlechter, sondern einfach anders – sie bevorzugen praxisnahe und interaktive Formate. Es besteht ein wachsender Bedarf an alter(n)sgerechten digitalen Bildungskonzepten, die die spezifischen Bedürfnisse älterer Lernender berücksichtigen. Doch hier ist noch viel Forschungsarbeit nötig, um diesen Anforderungen gerecht zu werden.

In diesem Sinne ist die Veranstaltung am 20. Mai nicht nur eine Gelegenheit zum Lernen, sondern auch eine Möglichkeit, sich mit anderen Personalverantwortlichen auszutauschen und gemeinsam Lösungen zu finden. Die Herausforderungen sind groß, aber mit den richtigen Strategien und einem kreativen Ansatz lässt sich die Zukunft gestalten. Die Zeit ist gekommen, um die Potenziale unserer älteren Mitarbeiter zu erkennen und zu nutzen – für eine nachhaltige und erfolgreiche Unternehmensentwicklung.