Die Bahnstrecke zwischen Hamburg und Hannover steht vor einer umfassenden Sanierung, die ab dem 1. Mai 2026 in Kraft tritt. Pendler und Reisende müssen sich auf verschiedene Veränderungen einstellen, die nicht nur die Abfahrtszeiten, sondern auch die Reisezeiten erheblich beeinflussen werden. Malte Diehl, Sprecher von ProBahn, hat bereits auf die zu erwartenden Herausforderungen hingewiesen und prognostiziert „ziemliches Chaos“ in den ersten Wochen dieser neuen Phase.
Aktuell benötigt die Regionalbahn von Lüneburg nach Hannover schon mindestens 2 Stunden und 28 Minuten – und das kann sogar bis zu 3 Stunden dauern. Die Situation wird in den kommenden Monaten nicht besser, denn es sind mehrere Umstiege notwendig, um von der Regionalbahn auf Ersatzbusse oder S-Bahnen zu wechseln. Diese Umstellungen sind nicht nur zeitaufwendig, sondern auch für viele Reisende eine echte Herausforderung.
Details zur Sanierung
Die Sanierungsarbeiten betreffen insgesamt 66 Kilometer Gleis, 36 Weichen, sechs Weichenheizungen sowie Oberleitungen, Brücken und Bahnhöfe. In der ersten Phase bis zum 13. Juni wird es zwischen Uelzen und Celle gar keine Züge geben, während der Rest der Strecke mit einem stark ausgedünnten Fahrplan auskommen muss. Danach, vom 15. Juni bis zum 10. Juli, sind ebenfalls keine Züge in Uelzen verfügbar. Reisende müssen in dieser Zeit auf Ersatzbusse zurückgreifen, die alle Haltestellen zwischen Lüneburg und Celle bedienen. Die Busse haben allerdings viele Zwischenstopps, was die Reisezeit zusätzlich verlängert.
Ein Ersatzbus zwischen Lüneburg und Langenhagen wird ebenfalls bereitgestellt – ein Umstand, der für viele Pendler unangenehm ist, da die Mitnahme von Fahrrädern in den Ersatzbussen stark eingeschränkt ist. Das ist besonders problematisch für all jene, die auf das Rad als Transportmittel angewiesen sind.
Langfristige Perspektiven
Die Bundesregierung hat sich zu einem umfangreichen Investitionspaket entschlossen, das bis 2029 insgesamt 166 Milliarden Euro für die Infrastruktur bereitstellt. Davon sollen rund 107 Milliarden Euro in die Schiene fließen. Dies geschieht im Rahmen einer breiteren Strategie zur Sanierung maroder Bahnstrecken und Autobahnbrücken, die auch die Grundlage für die Generalsanierung von über 40 stark belasteten Strecken bildet. Die Bahn plant, diese Sanierungen bis zur Mitte der 2030er Jahre abzuschließen. Ein wichtiger Aspekt sind die Erleichterungen bei den Trassenpreisen, die ab 2026 in Kraft treten sollen, um die Auswirkungen der Korridorsanierungen auf die Eisenbahnverkehrsunternehmen abzumildern.
Das Bundesministerium für Verkehr hat dem neuen Zeitplan der DB InfraGO AG für die Generalsanierung von hochbelasteten Streckenabschnitten bereits zugestimmt. Die Planungen wurden in enger Abstimmung mit Eisenbahnverkehrsunternehmen, Verbänden und Bundesländern erstellt. Diese Anpassungen sind Teil der Koalitionsvereinbarung und berücksichtigen die Laufzeit des Sondervermögens für Infrastruktur und Klimaneutralität.
Die anstehenden Herausforderungen sind also nicht nur lokal, sondern haben auch nationale Dimensionen. Die Diskussion über eine Neubaustrecke zwischen Hamburg und Hannover, die seit 1962 geführt wird, zeugt von der Überlastung der aktuellen Trasse und der Notwendigkeit von Veränderungen im Schienennetz. Die Pendler in der Region müssen sich auf eine geduldige Zeit einstellen, während die Bahn an der Verbesserung der Infrastruktur arbeitet – eine Herausforderung, die in den kommenden Jahren nicht leicht zu meistern sein wird.