Heute ist der 14.05.2026, und in Wittmund gibt es Neuigkeiten, die aufhorchen lassen! Die Beratungsstelle für häusliche Gewalt, betrieben von der Interventionsstelle BISS beim Deutschen Roten Kreuz, hat sich als eine wichtige Anlaufstelle im Kreis Wittmund und Aurich etabliert. Die Nachfrage ist hoch: Rund 100 Menschen, vor allem Frauen, haben sich bereits an die BISS gewandt. Diese Initiative wurde ins Leben gerufen, um der besorgniserregenden Zunahme häuslicher Gewalt entgegenzuwirken.
Die BISS, die im Oktober 2022 eröffnet wurde, hat sich in kürzester Zeit einen Namen gemacht. Schon zwei Wochen nach der Eröffnung suchte die erste Hilfesuchende Unterstützung. Es ist alarmierend, dass im Jahr 2025 insgesamt 836 Fälle häuslicher Gewalt den BISS-Stellen in Aurich und Wittmund gemeldet wurden. Zwar gab es einen leichten Rückgang im Vergleich zu 2024, doch bleibt das Niveau weiterhin hoch. Wenn man bedenkt, dass in 80% der Fälle die Täter männlich sind und 80% der Opfer Frauen, wird die Dringlichkeit dieser Beratungsstelle umso deutlicher. Auch dass Gewalt gegen Frauen in 8% der Fälle von Frauen ausgeübt wird, zeigt, wie vielschichtig dieses Problem ist.
Prävention und Unterstützung
Die BISS verfolgt nicht nur das Ziel, akuten Opfern von Gewalt zu helfen, sondern legt auch einen klaren Schwerpunkt auf Prävention. Geplante Angebote wie „Stärkung der eigenen Grenzen“ in Verbindung mit einem Sprachkurs sowie ein „Mythencheck bei häuslicher Gewalt“ sollen Betroffene und Interessierte sensibilisieren und empowern. Es ist wichtig, dass solche Programme angeboten werden, denn wie wir wissen, ist Aufklärung der Schlüssel zur Veränderung.
Ein zentraler Aspekt der Arbeit von BISS ist die enge Zusammenarbeit mit der Polizei. Seit 2022 finden wöchentliche Abgleiche von Polizeimeldungen statt, um zeitnah auf aktuelle Entwicklungen reagieren zu können. Dies zeigt, wie ernsthaft die Problematik angegangen wird. Ein hoher Anteil von Frauen mit Migrationshintergrund unter den Betroffenen – und dieser Anteil nimmt zu – unterstreicht zudem, dass die Herausforderungen innerhalb diverser gesellschaftlicher Gruppen unterschiedlich sind und spezifische Lösungen erfordern.
Ein gesellschaftliches Problem
Die Situation in Deutschland und insbesondere in Wittmund ist nicht isoliert. Häusliche Gewalt ist ein gesamtgesellschaftliches Problem, das alle Schichten betrifft. Es ist ermutigend zu sehen, dass mit der Einrichtung von BISS ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht wurde. Dennoch bleibt viel zu tun, um die Dunkelziffer zu senken und betroffenen Menschen die Unterstützung zukommen zu lassen, die sie dringend benötigen. Auch das Thema der Gewalt gegen Männer, bei dem in zwei Dritteln der Fälle die Täter weiblich sind, wird oft zu wenig beachtet. Es ist also klar: Die Gesellschaft muss in ihrer Gesamtheit an einem Strang ziehen, um diese Problematik nachhaltig zu bekämpfen.
Das Engagement der BISS ist ein Lichtblick in einer dunklen Materie. Es braucht solche Orte, an denen Menschen gehört werden und Hilfe finden können. Hoffen wir, dass durch kontinuierliche Aufklärung und Unterstützung das Bewusstsein für häusliche Gewalt wächst und Betroffene sich schneller und mutiger melden. Denn nur gemeinsam können wir diese besorgniserregende Situation verbessern und eine Gesellschaft schaffen, in der jeder sicher leben kann.