Heute ist der 5.05.2026 und ich bin hier in Wittmund, wo an der Finkenburgschule ein spannendes Projekt ins Leben gerufen wurde. Am 15.01.2026 startete das Projekt „Digitales Klassenzimmer“, welches von der EU gefördert wird. Schulleiter Sebastian Schneemelcher hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Schülerinnen und Schüler fit für die digitale Welt zu machen. Bei der Umsetzung geht es darum, die ersten Schritte des Programmierens zu erlernen und den sinnvollen Umgang mit Endgeräten zu fördern. Ein bemerkenswerter Ansatz, wenn man bedenkt, wie wichtig digitale Kompetenzen in der heutigen Zeit sind!
Die Workshops werden von der Entwicklungsgesellschaft Jade Bay durchgeführt und sind für die Schülerinnen und Schüler kostenlos. Eine tolle Initiative, die nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch den Lehrkräften neue Impulse für die Unterrichtsgestaltung bietet! Sie müssen lediglich anwesend sein, während die Workshops ablaufen. Das Equipment wird bereitgestellt, sodass niemand auf der Strecke bleibt. Schneemelcher hebt hervor, wie wichtig es ist, dass die Kinder Endgeräte als Arbeitsgeräte nutzen und nicht nur als Zeitvertreib. Das ist ein entscheidender Punkt, denn die digitale Kompetenz muss schon früh gefördert werden.
Digitale Kompetenzen im Fokus
In diesem Zusammenhang ist es auch interessant zu erwähnen, dass die Kultusministerkonferenz in ihrer Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ wichtige Digitalkompetenzen für Lehrende formuliert hat. Dazu gehören Fähigkeiten wie Suchen, Verarbeiten, Kommunizieren und Problemlösen. Lehrkräfte müssen wissen, wie man digitale Medien didaktisch sinnvoll einsetzt, um den Lernenden die nötigen Kompetenzen zu vermitteln. Diese Anforderungen sind besonders relevant, wenn man bedenkt, dass in der ICILS-Studie von 2018 festgestellt wurde, dass die digitalen Kompetenzen von Lehrpersonen in Deutschland im internationalen Vergleich unter dem Mittelwert liegen.
Ein Drittel der Achtklässler in Deutschland hat nur sehr geringe digitale Kompetenzen, was ein alarmierendes Zeichen ist. Initiativen wie Medienscouts versuchen dem entgegenzuwirken, indem sie Schülerinnen und Schülern Verantwortung für ihre digitale Kompetenz übertragen. Der Einsatz digitaler Medien im Unterricht wird immer wichtiger – gerade auch seit der Corona-Pandemie, die die Nutzung digitaler Formate beschleunigt hat. Es ist spannend zu sehen, wie sich das Lernen verändern kann, wenn digitale Medien sinnvoll integriert werden.
Fortbildungsbedarf und Herausforderungen
Ein weiteres Thema, das nicht unerwähnt bleiben sollte, ist der hohe Fortbildungsbedarf für Lehrende im Bereich Digitalisierung. Die Technik entwickelt sich rasant weiter, sodass viele Lehrkräfte oft nicht mit den neuesten Entwicklungen Schritt halten können. Andere Länder, wie die USA oder Finnland, scheinen in der Fortbildungsaktivität weiter fortgeschritten zu sein. Hierzulande wird der Einsatz digitaler Medien im Referendariat zunehmend relevanter, was die Notwendigkeit unterstreicht, digitale Medien in die Standards für die Lehrerbildung zu integrieren.
Wenn wir uns nun auf die Finkenburgschule in Wittmund konzentrieren, wird deutlich, dass hier ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gemacht wird. Sebastian Schneemelcher wurde für sein Engagement in der MINT-Bildung mit dem Klaus-von-Klitzing-Preis ausgezeichnet. Das zeigt, dass es auch in Deutschland Schulen gibt, die den digitalen Wandel aktiv gestalten und nicht nur abwarten, was die Zukunft bringt. Im Landkreis Diepholz sind jedoch Defizite bei Schuleingangsuntersuchungen festzustellen, was die Verwaltung dazu veranlasst, Maßnahmen zu planen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird.