Am Himmelfahrtstag, der in Deutschland oft von Feiern und Ausgelassenheit geprägt ist, konnte die Polizeiinspektion Aurich/Wittmund eine erfreuliche Bilanz ziehen. Im Vergleich zu den Vorjahren war es am 15. Mai 2026, ehrlich gesagt, relativ ruhig. Die Beamten berichteten von einem überwiegend friedlichen Verlauf, was in Anbetracht der üblichen Feierlichkeiten eine positive Überraschung darstellt. An der beliebten Schleuse „Kukelorum“ versammelten sich etwa 5000 Feiernde, die zwar ihren Spaß hatten, jedoch blieben größere Zwischenfälle aus. Es gab zwar einige „veranstaltungstypische Straftaten und Ordnungswidrigkeiten“, wie Körperverletzungen und Fahrten unter Einfluss von Alkohol oder Drogen, doch die Situation war insgesamt entspannt.
Die Polizei war mit einem erhöhten Personaleinsatz an verschiedenen Brennpunkten wie Aurich, Moorweg, Friedeburg und Großheide präsent und konnte dadurch viele Streitigkeiten im Ansatz klären, bevor sie eskalierten. Dennoch kam es zu einigen Vorfällen: Ein 24-jähriger Autofahrer in Hinte verursachte einen Unfall mit über 3,4 Promille Alkohol im Blut, während ein 52-Jähriger in Wiesmoor gegen einen Baum prallte – sein Fahrzeug brannte aus. Auch ein Radfahrer in Friedeburg hatte es mit fast 1,9 Promille übertrieben. Blutproben wurden entnommen, und es wurden mehrere Ermittlungsverfahren eingeleitet. Die Polizei musste insgesamt 32 Platzverweise aussprechen und stellte die Personalien von 55 teils aggressiven Personen fest, wobei 13 Personen leicht verletzt wurden. Die späten Abendstunden brachten eine Beruhigung der Lage, und das Besucheraufkommen nahm ab.
Ein gut durchdachtes Sicherheitskonzept
Die positive Bilanz ist auch dem Sicherheitskonzept zu verdanken, das von der Polizei und den Veranstaltern entwickelt wurde. Videoüberwachung, eine Polizeiwache und Straßensperrungen sorgten für ein gewisses Maß an Sicherheit. Die Zusammenarbeit mit der Stadt, dem NLWKN sowie Sicherheits- und Sanitätsdiensten war ebenfalls von entscheidender Bedeutung. An der Schleuse „Kukelorum“ wurden zwar vereinzelt Ordnungswidrigkeiten registriert, aber es gab keine schweren Zwischenfälle, was sicher auch auf das präventive Handeln der Polizei zurückzuführen ist.
Im Vergleich zu den allgemeinen Zahlen zur Verkehrssicherheit in Deutschland ist es allerdings wichtig, die Hintergründe zu betrachten. Statistiken zeigen, dass im Jahr 2024 insgesamt 34.700 Verkehrsunfälle unter Alkoholeinfluss registriert wurden. Am Vatertag allein gab es 287 solcher Unfälle, was mehr als an jedem anderen Tag des Jahres ist. Diese Zahlen verdeutlichen, wie wichtig die Arbeit der Polizei an Feiertagen ist. Der TÜV-Verband fordert daher eine stärkere Aufklärungsarbeit bezüglich Alkohol und Mobilität. Es gibt Überlegungen, die Grenze für die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) von 1,6 auf 1,1 Promille zu senken, da die Gefahr von Unfällen mit steigendem Alkoholpegel enorm zunimmt.
Die Himmelfahrt in Aurich und Wittmund ist also nicht nur ein feierlicher Anlass, sondern auch ein Tag, an dem die Polizei gefordert ist, Verantwortung zu übernehmen und die Sicherheit der Bürger zu gewährleisten. Es bleibt zu hoffen, dass die positive Entwicklung der letzten Jahre anhält und solche Feiertage weiterhin friedlich und ohne größere Zwischenfälle verlaufen.