Coesfeld, ein charmantes Städtchen im Münsterland, hat kürzlich im „IW-Gemeindecheck“ des Instituts der Deutschen Wirtschaft ein wissenschaftliches Siegel für „gutes Leben“ erhalten. Das klingt doch schon mal vielversprechend, oder? Im Bereich Daseinsvorsorge belegt die Stadt sogar den ersten Platz im gesamten Kreisgebiet. Im Vergleich zu den über 10.800 untersuchten Gemeinden in Deutschland hat Coesfeld den 474. Platz erreicht. Das ist nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass die Stadtverwaltung besonders stolz auf die Ergebnisse in den Bereichen Gesundheit (Platz 318) und Freizeitgestaltung (Platz 329) ist. Es gibt also einiges, was die Lebensqualität der Bürger aufwertet!
Ein kleiner Wermutstropfen bleibt dennoch: In den Bereichen Mobilität und Digitalisierung hat Coesfeld offenbar Nachholbedarf. Die Stadt landet hier auf dem 3.973. Platz in der Mobilität und dem 3.300. Platz in der digitalen Infrastruktur. Das ist, freundlich gesagt, eher im unauffälligen Mittelfeld – wenn man bedenkt, wie wichtig diese Faktoren für das moderne Leben sind. Die Ergebnisse dieser Studie haben allerdings auch ihre Kritiker. Einige Experten bemängeln, dass die Untersuchung die Lebensrealität der Menschen nicht vollständig abbildet, da sie nur Kommunen innerhalb ihrer administrativen Grenzen bewertet. Das könnte dazu führen, dass man die Angebote in den Nachbargemeinden ganz aus den Augen verliert.
Die Daseinsvorsorge in Deutschland
Die umfassende Studie, die Coesfeld als einen der Probanden betrachtet, bewertet die Daseinsvorsorge in 10.817 Gemeinden deutschlandweit. Es geht um Dinge wie Infrastruktur, die Versorgung mit Krankenhäusern, Schulen, Kindergärten und Freizeitmöglichkeiten sowie die Handynetzabdeckung. Haar, ein kleines Städtchen bei München, hat die Nase vorn und gilt als die am besten versorgte Gemeinde in Deutschland. Im Vergleich zu Coesfeld gibt es dort offenbar keine derartigen Sorgen. Auch nordrhein-westfälische Gemeinden schneiden gut ab: Über 50 % von ihnen sind „sehr gut“ versorgt!
Im Osten der Republik sieht es teilweise ganz anders aus. 30 % der ostdeutschen Städte werden als „sehr gut“ versorgt, während es im Westen nur 20 % sind. Das zeigt, dass die Daseinsvorsorge nicht nur eine Frage der Region, sondern auch eine Frage des historischen Kontextes ist. Wenn man sich die Städte wie Memmingen oder Friedrichroda anschaut, die in der Studie weit oben gelistet sind, wird klar: Es gibt viele Faktoren, die die Lebensqualität beeinflussen. Ein großer Teil der Bevölkerung zeigt sich auch zufrieden: Eine Umfrage ergab, dass 53 % der Deutschen mit ihrer Daseinsvorsorge zufrieden sind. Vor allem die Anhänger von Union, SPD und Grünen sind optimistisch, während es bei den AfD-Anhängern mehr Skepsis gibt.
Ein kritischer Blick auf die Studie
Während die Ergebnisse der Studie eindrucksvoll sind, gibt es auch wichtige Dinge zu beachten. Die Finanzierung der Untersuchung durch Philip Morris könnte ein Grund zur Vorsicht sein, wenn man die Daten interpretiert. Man sollte immer im Hinterkopf behalten, dass solche Studien nicht die ganze Wahrheit erzählen. Viele Aspekte des täglichen Lebens und der Lebensrealität bleiben oft unberücksichtigt. Wer also denkt, dass die Platzierungen in der Studie die gesamte Realität widerspiegeln, könnte sich irren – das Bild ist oft vielschichtiger.
Für Coesfeld bleibt zu hoffen, dass die Stadtverwaltung die Herausforderungen in den Bereichen Mobilität und Digitalisierung ernst nimmt und Maßnahmen ergreift. Schließlich ist es wichtig, mit der Zeit zu gehen und die Lebensqualität für alle Bürger zu verbessern. Wer mehr über die Daseinsvorsorge in deutschen Gemeinden erfahren möchte, kann sich auch hier informieren: weitere Informationen finden Sie hier.
