Die sommerlichen Temperaturen haben am Samstag, dem 30. Mai, viele Menschen an den Rhein gelockt – darunter auch einige Väter, die mit ihren Kindern ins Wasser gingen. Trotz des Badeverbots und der bekannten Gefahren, die der Rhein birgt, ignorierten diese Erwachsenen die Warnungen. Insbesondere am Alsumer Steig in Marxloh, einem Ort, der traurigerweise vor fünf Jahren mit dem Ertrinken von drei Mädchen in Verbindung gebracht wurde, musste die Polizei einschreiten. Ein aufmerksamer Zeuge bemerkte mehrere Erwachsene, die mit ihren Kindern in der Strömung planschten, und alarmierte um 19:45 Uhr die Ordnungshüter.
Als die Polizei eintraf, traf sie auf zwei Kinder im Alter von 8 und 11 Jahren sowie einen 13-jährigen Jugendlichen, die in nasser Badekleidung waren. Die Väter der jüngeren Kinder zeigten sich uneinsichtig und verharmlosten die Gefahren, die von der starken Strömung und den gefährlichen Wasserbewegungen durch vorbeifahrende Frachtschiffe ausgehen. Die Polizei sprach Platzverweise aus. Die Väter mussten mit ihren Kindern das Rheinufer verlassen. Zudem wurden das Jugendamt und die Mutter des 13-Jährigen informiert. Am Einsatzort traf die Polizei auf vier weitere Erwachsene, die glücklicherweise einsichtig waren und sich nicht erneut ins Wasser trauten. Insgesamt stellte die Polizei sieben Verstöße fest und erteilte Ordnungswidrigkeitenanzeigen mit Bußgeldern von bis zu 1000 Euro. Die Gefahren des Rheins, wie die tiefe Unterspülung in den Buhnenfeldern, wurden erneut betont.
Badeverbot und Aufklärung in der Region
In anderen Städten am Rhein, wie Bonn, gibt es momentan kein Badeverbot – und das ist auch nicht geplant. Dennoch warnt die Stadt mit großformatigen Schildern vor den Gefahren, die die Strömungen und die Schifffahrt mit sich bringen. Die DLRG Bezirk Bonn fordert dennoch ein Badeverbot im Bonner Stadtgebiet, während die umliegenden Städte Bad Honnef, Königswinter, Troisdorf, Niederkassel und Bornheim auf Aufklärung setzen. Nur in Wesseling ist das Schwimmen im Rhein seit 1970 aufgrund einer Bundesverordnung verboten. Im Gegensatz dazu gilt in Köln und Leverkusen ein Badeverbot, das seit dem 17. September und dem 12. Dezember 2025 in Kraft ist. Hier wurden rund 60 Hinweisschilder aufgestellt, die in mehreren Sprachen über das Verbot informieren.
In Düsseldorf, wo bereits in diesem Jahr zehn Menschen ertranken, wird die Situation zunehmend kritischer. Der Stadtrat berät über strengere Verbote, die möglicherweise auch das Waten im Rhein umfassen könnten. Es ist ein ständiger Kampf gegen die Ignoranz der Gefahren. Ein Mann sprang kürzlich trotz Verbots nach einer Rettung durch die Feuerwehr erneut ins Wasser, um einer Geldbuße zu entgehen. Auf die Frage, ob diese Verbote nur der Geldbeschaffung dienen, antwortete Oberbürgermeister Stephan Keller, dass es in erster Linie um Prävention gehe.
Die Warnungen durch Schilder und Social Media haben bislang wenig Wirkung gezeigt. Experten vergleichen die Strömung des Rheins mit einer Autobahn – unsichtbar, aber äußerst gefährlich. Besonders Kinder sind in Gefahr, da sie dem Wasser folgen und von zurückschwappenden Wellen überrascht werden können. Ein tragischer Vorfall in diesem Jahr, bei dem ein sechsjähriger Junge in Düsseldorf starb, zeigt, wie ernst die Situation ist. Es bleibt zu hoffen, dass durch verstärkte Kontrollen und Präventionsmaßnahmen, wie sie die Polizei und die Stadt Duisburg planen, zukünftige Unglücke verhindert werden können.
Für alle, die eine Abkühlung im Wasser suchen, bleibt zu sagen: Der Rhein ist eine Bundeswasserstraße und Baden ist nur stellenweise erlaubt. Die Risiken sind real und sollten nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Immerhin geht es um das Leben – und das ist unbezahlbar.
