In Nordrhein-Westfalen (NRW) hat die Erdbeersaison in diesem Jahr früher als gewohnt begonnen. Dank des Einsatzes von Folientunneln und einer besonders warmen ersten Märzhälfte sind die ersten Erdbeeren bereits reif. So konnte der Hof Mertin in Dortmund am 17. April bereits die ersten Früchte ernten. Die flächendeckende Verfügbarkeit ist jedoch erst ab Anfang Mai zu erwarten, wenn auch die Selbstpflückfelder öffnen.
Aktuell sind die Supermärkte mit ersten deutschen Erdbeeren ausgestattet, während die meisten Angebote noch importierte Früchte aus dem Mittelmeerraum und dem Benelux-Raum umfassen. Der Preis für diese importierten Erdbeeren lag in der letzten Woche bei durchschnittlich 3,78 Euro pro Kilogramm, was fast 10 Prozent weniger als im Vorjahr bedeutet. In NRW gibt es etwa 330 bis 340 Betriebe, die Erdbeeren anbauen, und der Anbau unter hohen Schutzabdeckungen nimmt kontinuierlich zu.
Der Trend zum geschützten Anbau
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland Erdbeeren auf 2.081 Hektar unter Schutzabdeckungen wie Folientunneln kultiviert. Dies entspricht rund einem Sechstel der gesamten Erdbeeranbaufläche und ist ein deutlicher Anstieg im Vergleich zu nur drei Prozent vor zehn Jahren. Der geschützte Anbau sorgt nicht nur für eine höhere Erntesicherheit, sondern garantiert auch eine gleichbleibend hohe Qualität der Früchte. Tatsächlich stammten 37 Prozent der Erdbeerernte 2025 aus solchen geschützten Kulturen.
Die Beliebtheit des Selbstpflückens ist ungebrochen. Viele Familien nutzen die Gelegenheit, ihre eigenen Erdbeeren zu pflücken, was nicht nur ein Freizeitvergnügen darstellt, sondern auch Kosten spart. Informationen zu den Selbstpflückfeldern finden Interessierte beim Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer sowie bei der Landwirtschaftskammer.
Die Bedeutung der Erdbeeren in der Landwirtschaft
Erdbeeren sind nach Äpfeln die zweitwichtigste Obstart im deutschen Obstbau. Im Jahr 2025 ernteten die Erzeuger insgesamt 128.410 Tonnen Erdbeeren, was gut 38 Prozent der heimischen Nachfrage abdeckte. Ergänzend wurden knapp 183.000 Tonnen frische Erdbeeren netto importiert. Der Anbau unter Schutzabdeckungen hat sich als entscheidend erwiesen, um die Produktivität zu steigern – auf geschützten Flächen liegt diese mehr als doppelt so hoch wie im Freiland.
Die Entwicklung zeigt, dass die Erdbeerproduktion in Deutschland nicht nur auf eine steigende Nachfrage reagiert, sondern auch innovative Anbauformen erfordert, um den Herausforderungen des Klimas und der Marktbedingungen gerecht zu werden. Die Kombination aus traditionellem Anbau und modernen Techniken könnte der Schlüssel sein, um den Genuss von heimischen Erdbeeren langfristig zu sichern.
Für weitere Informationen und Details zu den Erdbeer-Höfen sowie den Möglichkeiten zum Selbstpflücken empfehlen wir einen Besuch der Webseite von n-tv.